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Ut oler Welt : Volksmärchen, Sagen, Volkslieder u. Reime
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kommst von hier nicht wieder fort«, sprach sie zu ihm, »und sollst mir tüchtigarbeiten.«

Den andern Morgen brachte sie ihn hinaus auf ein großes Feld, gabihm einen Spaten und sagte: »Nun grabe mir das Feld; aber das wicke ichdi r, bist du bis Sonnenuntergang nicht fertig damit, so geht's dir schlecht.«Damit ließ sie ihn allein und ging fort. Der Königssohn hatte aber nie inseinem Leben einen Spaten in der Hand gehabt, und nun sollte er in einemTage das große Feld herumbringen. Darüber gerieth er so in Verzweiflung,daß er sich bitterlich weinend auf den Boden warf.

Nun hatte die Hexe noch ein Mädchen bei sich mit Namen Jette, dasmußte dem Königssohn um Mittag was zu Essen bringen, und als sie hinkam,d a lag er noch immer und weinte und hatte von seiner Arbeit noch nichtsgethan. »Was weinst du denn?« fragte ihn das Mädchen. »Ach!« sagte er; »ichsehe wohl, daß ich die Arbeit doch nimmer fertig bringe, darum bin ich so^aurig.« »Sei nur guten Muthes«, sprach das Mädchen da; »wenn du mir ge-treulich beistehen willst, daß ich aus dem Hause der alten Hexe wegkomme,so will ich die Arbeit schon für dich fertig bringen. Du mußt wissen, ichbin keine gewöhnliche Magd, sondern eines Königs Tochter; aber das alteW eib hat unser Schloß verwünscht, da sind meine Brüder zu drei Riesengeworden, die werfen auf dem Schloßhofe mit Steinen, daß keiner hineinkann,und wenn sie niederwerfen, so werfen sie auf, und wenn sie aufwerfen, sowerfen sie nieder. Ich selber muß bei der Hexe dienen als ihre Magd. Wennwir aber fort wollen, so dürfen wir nicht lange mehr warten, denn von heutüber drei Tage muß sie wieder Einen fressen und hat schon gesagt, sie wollteden Backofen heiß machen.« Da versprach der Königssohn dem Mädchen,daß er ihr gerne beistehen wollte, und wenn sie glücklich wegkämen sowollte er sie zu seiner Frau nehmen. Das Mädchen hatte aber das Wünschengelernt, und nun wünschte sie, daß das Land herum wäre, und wie sie dasgethan hatte, so war auch die Arbeit geschehen. Der Königssohn legte sichnun hi n und schlief bis die Sonne hinunter war; dann ging er zu Hause undsa gte, das Land wäre umgegraben. »Gut das!« sagte die Hexe; »morgen willlc h dir mehr zu thun geben.« .

Den andern Tag brachte sie ihn in den Wald zu einer allmächtig großenBu che, gab ihm eine Axt und sagte : »Nun fälle mir den Baum, und wenndu das gethan hast, so haue ihn in kleine Splittern, daß ich Brennholz kriege;a ber das wicke ich dir, bist du bis Sonnenuntergang nicht fertig damit, sogeht's dir schlecht.« Damit ging sie weg und ließ ihn allem. Der Komgs-sohn hatte aber in seinem Leben noch keine Axt in Händen gehabt, undnun sollte er in einem Tage den allmächtig großen Baum in Splitter hauen.Darüber wurde er ganz mißmuthig, warf sich auf die Erde und fing bitterlichzu weinen an.

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