Um Mittag hatte er noch keinen Hieb getan, und als Jettchen mit demEssen kam, da lag er noch immer und weinte in einem fort. »Weine dochnicht mehr,« sagte sie zu ihm; »ich will die Arbeit wohl für dich thun, wenndu halten willst, was du mir gestern versprochen hast.« »Ja!« sagte derKönigssohn; »das will ich dir gewiß und wahrhaftig halten.« Da wünschtesie, daß der Baum gefällt und in Splitter gehauen wäre, und wie sie es ge-wünscht hatte, so war es auch gleich geschehen. Der Königssohn legte sichnun hin und schlief, bis die Sonne hinunter war, dann ging er zu Hause undsagte, mit dem Baum wäre er fertig. »Gut dasl« sagte die alte Hexe; »morgenwill ich dir mehr zu thun geben.«
Den dritten Tag brachte sie ihn zu einem großen Teiche, gab ihm denRand von einem Siebe und sagte: »Nun schöpfe mir den Teich aus; aberdas wicke ich dir, bist du bis Sonnenuntergang nicht fertig damit, so geht'sdir schlecht.« Damit ging sie weg und ließ ihn allein. Der Königssohn aberfing bitterlich zu weinen an, denn mit einem Siebrande Wasser schöpfen, daswar ja eine unmögliche Arbeit.
Um Mittag kam Jettchen und brachte das Mittagessen, und als sie ihnso weinend auf der Erde liegen sah, sprach sie ihm Muth ein und sagte:»Weine nicht mehr, Johann! Wenn Du Dein Versprechen halten willst, sowill ich die Arbeit für dich ausrichten.« »Ja!« sagte er; »das will ich gewißund wahrhaftig halten.« Da wünschte sie, daß der Teich leer wäre, undwie sie das gethan hatte, so war auch gleich alles Wasser heraus bis auf denletzten Tropfen.
»Diese Nacht,« sprach sie darauf, »will ich dich wecken; dann wollenwir zusammen fortlaufen, denn es ist die höchste Zeit; morgen früh, das weißich, will die Alte den Backofen heizen und wird dich sicher braten und auf-fressen, wenn wir nicht machen, daß wir von hier wegkommen. Darumhalte dich bereit.« Das versprach er auch. Als nun die Sonne untergegangenwar, ging er zu Hause und sagte, mit dem Teiche wäre er fertig. »Schön!«sagte die Hexe, »so sollst du morgen Feiertag haben« und that ganz freund-lich und lachte, weil sie sich schon im voraus auf den guten Braten freute.Mit dem, so gingen sie zu Bette.
In der Nacht aber stand Jettchen auf, spuckte dreimal vor ihr Bett,weckte den Königssohn, und dann liefen sie fort, so schnell sie nur konnten.»Ich darf mich aber nicht umsehen«, sprach das Mädchen, »sonst hat michdie Hexe wieder in ihrer Gewalt; darum mußt Du zuweilen zusehen, ob wirnicht verfolgt werden.«
Unterdes war aber die Alte auch schon aufgestanden, denn sie konntedie Zeit nicht erwarten, daß der Backofen geheizt würde, und weil Jettchenihr dabei helfen sollte, so rief sie: »Jettchen!« »Ja!« rief die Spucke. AberJettchen kam nicht. »Jettchen!« rief sie wieder. »Ja!« antwortete die Spucke;
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