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Ut oler Welt : Volksmärchen, Sagen, Volkslieder u. Reime
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sie, ob sie nicht einen Sohn hätten. »Ja,« sagte der Vater; »aber der istschon vor Jahren in die weite Welt gegangen und da gestorben und verdorben.Vor einiger Zeit kam freilich ein halbnackter Bettler, der sagte, er wäre meinSohn und hätte eines Königs Tochter geheirathet; ich habe ihn aber zu denHunden in den Stall sperren lassen. Da ließ sie sich hinbringen, wo er lag,und da war er ganz mit Schmutz bedeckt und sein Haar und sein Bart warenso lang und wüst geworden, daß sie ihn kaum wieder kannte. Da ließ sieihn waschen und scheren und gab ihm seine schönen Kleider und da erkanntenihn auch seine Eltern und seine Schwester wieder. — Nachdem, so gingensie miteinander zurück in ihr Königreich.

22. Der Königssohn mit der goldenen Kette.

Es war einmal ein Königssohn, der wollte ausziehen, die Welt zu sehen.D a ließ ihm sein Vater eine goldene Kette um den bloßen Leib schmiedenund gab ihm auch noch Geld dazu. Danach nahm der Königssohn Abschiedy on seinem Vater und reiste fort.

Gegen Abend kam er in eine Stadt, da gingen die Glocken und als erfragte, was das zu bedeuten hätte, daß die Glocken geläutet würden, so wurdeihm gesagt, es wäre ein armer Mann gestorben, der wäre aber noch zehnThaler schuldig und nun wollte der, der das Geld zu fordern hätte, es nichtzugeben, daß der Arme begraben würde, es käme denn einer und bezahltedas Geld für ihn. Da ging der Königssohn hin und erlegte das Geld, undder arme Mann, der schon lange über der Erde gestanden hatte, kam nunendlich zur Ruhe in seinem Grabe, und der Königssohn ging allein hinterdem Sarge her.

Nachdem so zog der Königssohn weiter und kam in einen finstern Wald,da begegneten ihm zwei Spitzbuben, die fragten ihn: wo denn die Reise hinginge.»Ich bin ausgegangen, das Stehlen zu lernen,« sagte der Königssohn. »Wenndu das lernen willst,« sagten die beiden, »so bist du hier gerade recht gekom-men, das verstehen wir aus dem Grunde gut. Geh nur mit, so sollst du esJemen.« Da nahmen sie ihn mit in ihre Höhle, und waren da im ganzenvierundzwanzig Spitzbuben zusammen, die hatten auch eine Königstochter beis ich, welche sie geraubt hatten und nun gefangen hielten.

Da sprach eines Tages der, welcher der Oberste war, es sollten dreiNächte hintereinander jedesmal acht aufs Stehlen ausgehen; wer dann dasleiste mitbrächte, der sollte die Prinzessin zur Frau haben. Als sie nundie erste Nacht auszogen, ging der Königssohn seinen Weg für sich, trathinter einen Baum und löste ein Stück von seiner goldenen Kette, die er umden Leib trug, und als nun die andern zurückkamen, da hatte er das meistemitgebracht. Die zweite Nacht machte er es wieder so und die dritte Nacht

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