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Ut oler Welt : Volksmärchen, Sagen, Volkslieder u. Reime
Entstehung
Seite
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Tages, er wolle mal in seine Heimath zu seinen Eltern reisen, nahm zweiJäger zu seiner Begleitung und auch viel Geld und schöne Kleider mit. DesAbends kamen sie in einen Wald und verirrten sich; da stieg der eine Jägerauf einen hohen Baum, und als er von da aus in der Ferne ein Licht schimmernsah, gingen die drei in der Richtung weiter und gelangten auch zu der Stelle,wo das Licht brannte, und da sahen sie, daß sie in eine Mördergrube ge-kommen waren. »Von hier geht kein Weg wieder zurück,« sprachen dieRäuber; »ihr müßt nun sterben!« Sie führten auch die beiden Jäger gleichauf die Seite, daß sie sie umbrächten, aber ihrem Herrn nahmen sie Geld undKleider ab und stießen ihn fasernackt in den Wald hinaus. Er mußte langeirren, ehe der Wald licht wurde, und als er nun endlich auf das freie Feldkam, fand er da einen Schäfer in seinem Karren liegen, den sprach er an umeinige alte Kleider, seine Blöße damit zu bedecken. »Meine Kleider habe ichselbst groß nötbig,« sprach der Schäfer; »aber in voriger Nacht ist mir einSchaf gestorben, dem habe ich das Fell abgezogen, das ist alles was ich dirgeben kann.« Da bedankte er sich bei dem Schäfer, hing das Fell um seineSchultern und kam so in seines Vaters Hause an. Aber seine Angehörigenerkannten ihn nicht wieder und als er nun sagte, wer er wäre und daß ereine Königstochter geheirathet hätte, da wurde sein Vater zornig und sprach:»Du bist nie und nimmer mein Sohn! Hinaus mit dir, du Bettler! Bei denHunden im Stalle, da kannst du dein Futter kriegen.« Und als er das gesagthatte, ließ er ihn zu den Hunden in den Stall werfen, da mußte er Knochennagen und nur seine Schwester, die den armen, halbnackten Menschen be-dauerte, brachte ihm zuweilen heimlich etwas zu essen.

Die Königstochter saß derweilen daheim und wartete vergeblich, daß erwiederkäme. Da wurde ihre Sehnsucht nach ihm so groß, daß sie aufbrach,ihn in seiner Heimath aufzusuchen. Zu ihrer Begleitung nahm sie viele Jägermit und kam mit ihnen abends in den Wald und zu der Mördergrube. Dasprach die Königstochter zu den Jägern: »Bleibt ihr jetzt noch zurück, ich willallein hineingehen, ob ich nicht meinen Mann da finde. Wenn ich euch aber einZeichen gebe, so kommt mir schnell zu Hülfe.« Da ging die Königstochter allein indie Mörderhöhle. »Von hier geht kein Weg zurück!« schrieen da die Räuber;»du mußt nun sterben.« »Wenn ich denn mein Leben lassen muß,« sprachdie Königstochter, »so laßt mich vor meinem Tode nur noch einmal eine Pistolelosschießen, denn mein Leben lang ist die Jagd mein größtes Vergnügen ge-wesen.« Das erlaubten ihr die Räuber auch; und wie sie die Pistole abdrückte,so stürzten auch schon die Jäger herein, nahmen die Kerle gefangen undstachen sie todt, daß auch nicht einer mit dem Leben davon kam. Daraufsuchten sie das Räubernest gehörig durch und fanden eine Masse Gold undauch die schönen Kleider ihres Herrn; das alles nahmen sie mit sich fort.

Als die Königstochter nun bei den Eltern ihres Mannes ankam, so fragte

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