auch, und weil er jedesmal das meiste mit zu Haus gebracht hatte, so kriegteer die Prinzessin zur Frau.
Die Prinzessin weinte aber so viel und war ganz unglücklich, daß sieeinen Spitzbuben zum Manne haben und unter lauter Spitzbuben leben sollte;da gab sich der Königssohn ihr heimlich zu erkennen und sagte: »Weine[nurnicht mehr! Ich bin kein Spitzbube, wie du wohl denkst, sondern ein Königs-sohn und will dich aus deiner Gefangenschaft befreien, sobald es geht, undmit dir zu deinem Vater reisen.«
Er wurde nun ordentlich in die Bande aufgenommen und kriegte eineFlöte, darauf spielte er, wenn er zu Hause war und vertrieb der Königstochterdie Zeit; zuweilen fuhr er in der Mittagszeit auch mit ihr spazieren, denn deroberste der Spitzbuben hatte eine Kutsche und vier Pferde und hatte es ihmerlaubt, zuweilen darin herumzufahren, aber nur ganz nahe bei dem Hause,damit sie ihn immer sehen konnten.
Nun traf es sich eines Tages, daß die Bande gute Beute gemacht hatte;da stellten sie ein Trinkgelage an und soffen so viel Wein, daß sie alle be-trunken wurden. Der Königssohn hatte aber nur gethan als tränke er mit,und als er nun sah, daß sie alle unter dem Tische lagen, da ging er hinaus,spannte die Pferde vor die Kutsche und jagte mit der Prinzessin über Stockund Stein aus dem Walde hinaus und hörte nicht eher auf, bis er zu einerStadt kam, die an der See lag. Über diese See mußten sie aber fahren, umwieder in ihre Heimath zu gelangen; darum beredeten sie sich mit einemSchiffskapitän, der mit seinem Schiffe da im Hafen lag, daß er sie mitnähme.Sie wurden mit dem Manne auch einig und gingen auf das Schiff, das zurRückfahrt bereit lag. Da sie nun vom Lande gestoßen waren und auf dieoffene See kamen, da zeigte es sich, daß der Kapitän des Schiffes ein treuloserMann war.
Er war aus dem Lande, wo die Prinzessin her war, und da hatte derKönig, ihr Vater, bekannt machen lassen, wer seine Tochter aus den Händender Spitzbuben befreie, der sollte König werden und die Prinzessin zur Frauhaben. Nun hatte aber der Schiffskapitän die Königstochter wieder erkannt,darum machte er heimlich einen Anschlag, wie er ihren Gefährten, der siebefreit hatte, von der Welt schaffen könnte. Er beredete sich mit seinen Ma-trosen, daß sie ihn in der Nacht binden una m das Meer werfen sollten undverhieß ihnen, wenn sie das thäten, guten Lohn. Da waren die Matrosen auchbereit, banden ihn, als er im Bette lag, mit Stricken und wollten ihn überBord in die See werfen; er bat aber so viel, sie möchten ihm doch das Lebenlassen, daß sie endlich nachgaben und einen alten Kahn losmachten, da setztensie ihn hinein, gaben ihm altes lumpiges Matrosenzeug, weil er halb nacktwar, und stießen den Kahn in die See hinaus. »Der wird uns sicher nichtverrathen,« dachten sie; »wenn er nicht verhungert, so muß er doch ertrinken,
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