daß er weithin auf den Boden kollerte; aus dem Halse schoß ein schwarzerBlutstrahl, der Riese zappelte noch ein wenig, dann war er todt.
Da dankten die Königtöchter dem Muschetier vielmal für ihre Erlösung.Der brachte sie an den Ausgang der Höhle, gab den beiden Gefährten dasZeichen zum Aufziehen, und so wurden die Prinzessinnen nacheinander glück-lich in die Höhe gezogen. Zuletzt hing sich Muschetier selbst an den Strick;da schnitten aber die treulosen Gesellen das Seil entzwei, weil sie ihre Zag-haftigkeit nicht wollten kund werden lassen, nahmen den drei Königstöchternden Eid des Schweigens ab, zogen mit ihnen an den Königshof, machten daviel Geschrei von ihren Heldentaten und nahmen Lohn und Ehre und Dankdes Königs für sich allein.
Nun hört, wie's Muschetier erging! Er war traurig in der Riesenhöhlezurückgeblieben, fand keinen Ausweg, wie er auch suchen mochte und meinteschon, das Tageslicht nie wieder zu sehen, als plötzlich das greise Männchenaus dem verwünschten Schlosse vor ihm stand, das aber schnell entfliehenwollte, als es seiner ansichtig wurde. »Halt!« rief Muschetier, »bist du herein-gekommen, so weißt du auch, wie man hier wieder herauskommt; zeige mirgleich einen Ausgang aus dieser Höhle, oder ich prügele dich noch einmalmit deinem eigenen Stocke.« Da wurde das Männchen ganz demüthig, dennMuschetier hatte den eisernen Stock noch bei sich, den er aus dem ver-wünschten Schlosse mitgebracht hatte. Das Männchen führte ihn vor einengroßen Spiegel und ließ ihn da hinein sehen. Da wurde er zu einer Ameise,nahm die goldene Sonne, den goldenen Mond und den goldenen Stern,welche die Königstöchter vergessen hatten, in seinen Ranzen und klettertean der Wand hinauf. Als er oben war, bekam er seine vorige Gestalt wieder,schritt rüstig weiter und kam nach acht Tagen aus dem Walde und in dieStadt des Königs. Da sprach er in der Bude eines Goldschmieds vor, denfragte er, ob er keinen Gesellen gebrauchen könne. »O ja!« sprach der Meister,wenn du fleißig sein willst und eine goldene Sonne, einen goldenen Mondund einen goldenen Stern zu schmieden verstehst, so kommst du mir schonrecht, Gesell! Denn die drei Dinge hat der König gestern bei mir bestelltund sagte, seine Töchter plagten ihn und ließen ihm keine Ruhe den ganzenTag, weil sie durchaus eine goldene Sonne, einen goldenen Mond und einengoldenen Stern haben wollten. Nun bin ich in Verlegenheit, weil das DingEile hat, ich dergleichen aber nie gemacht habe, auch wohl nie zu Standebringen werde.« »Seid ohne Sorgen, Meister«, sprach Muschetier; »darauf ver-stehe ich mich, denn das ist gerade mein Fach«; und verdingte sich also beidem Goldschmiede. Am andern Tage ging er, die Arbeit anzugreifen, in dieWerkstätte, schloß aber die Thür hinter sich zu, »denn.« sprach er, »beim Ar-beiten muß ich ungestört sein, das ist so meine Art«. Es währte nicht garzu lange, so trat er wieder hervor, trug die goldene Sonne, den goldenen
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