das durfte aber der Mann nicht wissen. Als nun Pihwitt ins Haus trat, sprangder Edelmann rasch in eine große Tonne hinter der Hausthür. Pihwitt that,als hätte er nichts gemerkt; ging zu der Frau sprechend: »Wie stehen dennjetzt die Ochsenhäute im Preise? Ich habe hier eine, die wollte ich wohl ver-kaufen.« »Ja,« sagte die Frau, »sie kosten jetzt drei Thaler; aber ich kanneuch die da nicht abnehmen, denn mein Mann hat's Geld in den Kastengeschlossen und ist nicht zu Haus.« »Na,« sagte Pihwitt, »gebt mir die alteTonne, die da in der Ecke steht, so mögt ihr dafür die Haut behalten.«»Ei, ja wohl; wenns weiter nichts ist, die mögt ihr immerhin nehmen, istdoch zu nichts mehr zu gebrauchen.« Die Frau hatte aber nicht gesehen,daß der Edelmann sich darin versteckt hatte.
Nun ging Pihwitt dabei, nagelte die Deckel recht fest zu, legte die Tonneauf die Seite und rollte sie vor sich her zum Hause hinaus. Nicht langedauerte es, so riefsin der Tonne: »Wohin, wohin?« »Ins Wasser, ins Wasser!«antwortete Pihwitt. »Ach, laß mich raus, ich will dir auch hundert Thalergeben.« »Ins Wasser, ins Wasser!« »Oh weh,« stöhnte es im Fasse, »ichgebe dir fünfhundert Thaler, nur laß mich raus.« »Nichts da, ins Wasser,ins Wasser!« »O weh, o weh; mach doch auf und laß mich leben, ich willdir auch tausend Thaler geben.« »No ja,« sagte Pihwitt, »so komm heraus;aber ich sage dir, gibst du mir die tausend Thaler nicht, so steck ich dichwieder ms Faß und rolle dich in den Fluß hinein.« Als der Edelmann herauswar, zahlte er dem Pihwitt das Geld. Der ging damit zu seiner Frau: »Sieh,Frau, die tausend Thaler habe ich für unsern Ochsen seine Haut bekommen.«»Ei, Mann,« rief die vor Freuden, »das ist der beste Handel, den du in deinemLeben gemacht hast;« und das war viel gesagt, denn sonst gab sie ihm nierecht und war niemals zufrieden, er mochte thun was er wollte.
Bald war es im ganzen Dorfe bekannt, daß Pihwitt seine Ochsenhautso schrecklich gut verkauft hatte. Sammt und sonders schlugen nun die Bauernihre Ochsen todt und trugen die Haut zum Gerber. Der wies sie aber alsNarren mit Spott zum Hause hinaus. Voll Grimmes kehrten sie zurück, griffenden Pihwitt, den Urheber ihres Unglücks, fest des Sinnes, ihn stracks in der Weserzu ersäufen. Nun war's gerad an einem Sonntagmorgen; und als sie unfernan einem Kirchlein vorüber kamen, da die Leute so schön zu der Orgelsangen, meinten sie, es sei gut, hier erst einzukehren und den armen Sunderdann nach dem Gottesdienste ins Wasser zu bringen. Sie steckten ihn darumin einen Schäferkarren, der nicht weit davon im Felde stand, schlössen dieTür und gingen zur Kirche. .
Nicht lange, so trieb der Schäfer seine Heerde vorüber. Da rief Pihwitt
drinnen im Karren:
»Amtmanns Tochter will ich nicht!Amtmanns Tochter will ich nicht!«
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