i3- Der Gärtner und die Kröte.
Ein Gärtner hatte einen schönen Garten, dahin kam immer eine ganzdicke aufgeschwollene Kröte und fraß von dem schönen frischen Salat, derda im Garten stand. »Die alte häßliche Ütsche, die wollen wir todtschlagen,«sagten des Gärtners Knaben, »die frißt uns noch all den schönen grünen Salat.«»Nein!« sprach der Gärtner ernst, »das laßt!« Er nahm seine Schaufel, unter-stach die Kröte, trug sie langsam zu der Mauer, die rings um den Gartenging, und setzte sie sanft und behutsam hinüber auf die andere Seite. »Da,«sagte er, »lauf hin, wenn du ein Kind kriegst, so will ich Gevatter stehen.«Nicht lange Zeit danach kam ein Zwerg zu dem Gärtner und bat ihn beiseinem Kinde zu Gevatter. Der Gärtner nahm die Einladung an und gingmit. Bei der Kindtaufe war alles aufs Beste eingerichtet. Als sie aber zuTische saßen, bemerkte der Gärtner mit einem Mal zu seinem Schrecken,daß ein Mühlstein an einem Pferdehaar über seinem Kopfe hing. Entsetztvon seinem Sitze aufspringend, wollte er das Weite suchen; der Zwerg aberhielt ihn zurück mit den Worten: »Sei unbesorgt. Ebensowenig wie meineFrau am Leben geblieben wäre, da sie als Kröte in deinen Garten kam, wenndu deinen Knaben nicht gewehrt hättest, ebensowenig würdest du lebendig vondiesem Orte gehen, wenn ich dein Leben nicht beschützte.« Der Gärtnerkonnte jedoch keine rechte Fröhlichkeit wieder fassen und rüstete sich bald zumNachhausegehen. Beim Abschied füllten ihm die Zwerge seine Taschen nochmit Pferdemist, der sich zu Haus aber in Gold verwandelt hatte.
14. Bauer Pihwitt.
Ein Bauer hieß Pihwitt (Kiebitz); der pflügte mit seinem einzigen Ochsenauf dem Felde. Über seinem Kopfe kreiste ein Kiebitz und schrie: »Pih—witt.«— »So heiß ich,« sagte der Bauer. — »Pih—witt!« »So heiß ich,« sagte derBauer. — »Pih—witt! Pih—witt!« — »Ich sage dir,« rief der Bauer ärgerlich,»schrei nicht immer so meinen Namen oder ich werfe!« — »Pih—witt! Pih—witt!Pih—witt!« — Da nahm Pihwitt seine Pflugschaufel und schleuderte sie nachdem Vogel hoch in die Luft. »Pih—witt! Pih—witt!« Da flog er hin; aber dieSchaufel traf beim Herabfallen den Ochsen so heftig zwischen die Hörner,daß er todt umfiel. »Oh, oh!« rief Pihwitt und kratzte sich hinter den Ohren,»das ist doch ärgerlich; wenn das meine Frau erfährt, so wirds einen schönenLärm abgeben. Nur rasch dem Ochsen die Haut abgezogen und zum Gerberdamit, daß ich meinem Weibe wenigstens das Geld für die Haut bringen kann.«Wie gesagt, so gethan. Der Gerber war aber gerade nicht zu Haus, und da hatteder Edelmann denn seine Abwesenheit wahrgenommen, um zu des Gerbers Frauzu gehen, die ihm das Beste aufgetischt hatte, was sie in ihrem Haushalte besaß;
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