Bräutigam richtig an, und Ilsabein, die ihn schon erwartet hatte, sprang ihmmunter auf dem Hof entgegen und faßte ihn bei der Hand, daß sie ihn insHaus brächte. »Sieh doch einmal, mein Schatz!« sprach sie da, »dort oben imThürriegel steckt wahrhaftig eine Nähnadel.« »Ei wirklich!« sagte der Freier,der seine Augen ordentlich anstrengen mußte, um die Nadel in der Höhe zubemerken, »das ist wirklich eine Nähnadel!« und dachte bei sich: »Das Mäd-chen sieht doch schärfer, als die Leute wohl denken mögen; die nimm nur!«So gingen sie denn ganz einmüthig zusammen in die Stube und setzten sichan den Tisch. Mit dem so brachte die Muhme das Vesperbrot herein, hatteauch eine schöne große Butterbemme beigelegt und stellte das alles vor dieBrautleute auf den Tisch. Wie nun Ilsabein die große Butterwälze da so aufdem Tische stehen sah, meinte sie nicht anders, als ihre weiße Katze wär's,welche von dem Vesperbrote naschen wollte. »Schuh!« rief sie, »Katzut!« undklappte mit der Hand in die weiche Butter. Da merkte der Freier, daß dasMädchen doch nicht gut sehen konnte, stand auf, sah nach der Uhr und that,als ob er noch etwas Eiliges zu bestellen hätte. »Ich muß jetzt fort,« sagte er,»Adieu, mein Schatz, bis Morgen!« Damit ging er zur Thüre hinaus, kam aberniemals wieder, so daß die arme Ilsabein wieder warten und warten mußte;und wenn sie noch nicht gestorben ist. dann wartet sie heute noch.
5. Gerdmann un Alheid.
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Dar was äis en gante un en goos, un de gante häit Gerdmann un degoos häit Alheid, de beiden gütigen in der harwesttit te hope henut up datstoppelfeeld un föngen dar täo fräten an. Gerdmann, ans de kläukeste, bleefjümmer up den hogen rüggen van'n stücke, wo häi säen könne, wat rundümme her passiren döe, de goos Alheid fratt awerst in der däipen fore hendal,dar stünnen de besten greunen spiere, denn dat wäit'n woll, dat et dar jümmernatt is, un wenn emeihet werd, säo kann'n ok mit der seessen nich orntlikenheninraken. Et dure nich lange, säo maoke Gerdmann up äis sinen hals säolang un keek sick ümme. Do sach häi, dat de voss ganz liseken längs inder fore herdal sleek un der goos jümmer nöger kam. Do wolle häi dergoos beschäid seggen un räip:
»Alheid!
Sühst du nich, wat dar in der fore geit?«De goos bleef awerst jümmer mit fräten värtüge un antwore nix ans:
»Tatterattatt, tatterattatt!
Ette wat, ette wat!«un meene, Gerdmann schölle fräten un dat kören laten.
De voss, de sick mitterwile dal eduked harre, kam nu weer nöger unnöger. Do räip Gerdmann täon twäiten male:
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