XIV
Verfasser unserer Chronik. Ueberhaupt ist festzu-halten, dass dieser nunmehr eine vollständige Chronikzu schreiben hatte, wobei er rücksichtlich der ältestenGrafen die landläufigen Sagen nolens volens aufnehmenmusste.
Ausser dem Chronikon von 1450 hat Gert wohlnoch eine oder andere ältere Clevische Chronik vorsich gehabt und benutzt. Wilhelm van Berchen,Pfarrer in der Cleve benachbarten Landgemeinde Niel,muss nämlich seine Chronik, welche Sloet unter demTitel »De nobili principatu Gelrie et eius origine«herausgegeben hat, vor 1436 begonnen haben; dennwidrigenfalls würde er S. 17, wo er die Veränderungdes vom Grafen Balderich in Zifflich gestifteten Be-nedictinerklosters in ein weltliches Kanonikat berichtet,die im eben genannten Jahre vollzogene Verlegung desCollegiums nach dem nahen Cranenburg zu erwähnennicht unterlassen haben (erexit monasterium mo-nachorum ord. s. Benedicti, nunc vero canonicorumsecularium Zeeflicensium). Die letzten Zusätze machtev. Berchen zwischen 1465 und 70. Vergl. Sloet, XIIund 161. An drei Stellen nun meldet er, dass erdiese aus Clevischen Chroniken geschöpft habe; soS. 98: Legitur eciam in cronicis Clivensibus; S. 108:Hec de Johanne, Clivensi comite, ex cronicis Cliven-sibus sunt exscripta, u. S. 113: Hec de prefatis tribusex cronicis Clivensibus sunt conscripta. Gerade diesedrei Stellen aber finden wir fast wörtlich im Chronikonvon 1450. Vergl. Sloet, 98 mit Seibertz, III, 340 und341; Sloet, 107 und 108 mit Seibertz, 342 (Gert 54 2 )und Sloet, 112 und 113 mit Seibertz, 343 und 344 undGert, 55, 56 2 —57 2 . Ausserdem stimmen v. Berchen,der Anonymus und Gert in der Darstellung der