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fremd waren, so bog man auch in diesen Fällen von den Letz-teren ab und legte neue Strassen in graden Richtungen an, diedann später wieder auf die alte Strasse zurückkamen. Auch legteman zuweilen neue Strassen zur Verbindung zweier Römerstrassenan, wo es ihre Richtungen zur Verwendung als Handelsstrassenerforderten. Bei diesen in den letzten Jahrhunderten angelegtenStrassen, die auch „alte Strassen" genannt werden, wird sich derAlterthumsforscher vor einer Verwechselung mit den alten Römer-strassen zu hüten haben, um so mehr, als dieselben öfters dadeutlich zu erkennen sind, wo die ältesten Strassen bereits ver-schwunden, und man sich daher leicht auf einer Römerstrasse zubefinden glaubt, während es die spätere alte Landstrasse ist,deren abweichende Richtungen von der Römerstrasse bald einenUmweg, um sie durch bewohnte Orte zu führen, bald eine Ab-kürzung bewirken, wo die Römerstrasse des Terrains wegen einenUmweg machen musste. Der badische Alterthumsforscher J. Vetterund der durch seine archäologische Karte rühmlich bekanntewürtembergische Finanzrath E. v. Paulus führen in ihrer Beschrei-bung der Römerstrassen in Baden und Würtemberg eine Reihesogenannter „Nebenwege" an, und der Erstere sagt, dass dieseWege nur einige Schritte von der Hauptstrasse entfernt liegen,sich von dieser durch eine kunstlosere Anlage und eine weit ge-ringere Breite (4—10 F.) unterscheiden; „sie liegen etwas tiefer,was namentlich in Gebirgen der Fall ist, wo, wenn die Heerstrasseauf der Höhe bleibt, diese Wege tiefer und längs des Abhangesoder auch durch ein mit jener parallel laufendes Thal hingehn,und sehr oft (?) in die Felsen eingehauen wurden. Und dieseNebenwege sind es vorzugsweise, welche später als Verkehrs- undHandelsstrassen dienten, nicht aber die, wenn gleich besser ge-bauten und breiteren Heerstrassen, welche verlassen und verödetneben jenen her liefen. Die Nebenwege, wenn gleich immer inder Nähe der Heerstrassen, hielten doch nicht immer die gradeRichtung ein, wichen vielmehr öfters davon ab, um einzelnelängs der Strasse gelegenen Orte mit einander zu verbinden; des-wegen waren diese Wege durchweg länger, als die Strassen."')Man sieht hier eine ziemlich genaue Beschreibung der Landstrassen
') J. Vetter, über das römische Ansiedlungs- und Befestigungswesen inDeutschland. Karlsruhe 1868.
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