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lossagen hönnen, dass es bei uns nur solche Römerstrassen gebenkönne, welche die in den römischen Provinzen gewöhnliche mas-sive Bauart aus Stein aufzuweisen haben. Auch diesen Irrtluimwerden die Localforschungen, wenn sie nur hinreichend eitrigbetrieben werden, bald zu verscheuchen geeignet sein. —
Als mit dem Aufhören der Römerherrschaft am Rheine dierömischen Militärstrassen ihren Zweck verloren, wurden sie vonden Germanen, soweit diese ihrer bedurften, in Gebrauch genom-men, mussten jedoch, als das Holswerk /u schwinden begann,immer mehr verfallen, bis Karl d. Gr. mehre von ihnen zu seinenFeldzügen wiederherstellen Hess, und es ist eine eben so über-raschende als belehrende Wahrnehmung, wie die carolingischen(und auch die vorcarolingischen) Züge in ihren Anfangspunctenund fernerem Verlaufe mit den Richtungen mehrer der römischenMilitärstrassen in dem rechtsrheinischen Theile unsrer Provinzund in Westfalen völlig übereinstimmen. Im späteren Mittelalter,als sich grössere und kleinere Ortschaften zu bilden begannen,wurden unsre Strassen, soweit es ihre Richtungen zuliessen, alsVerkehrswege, vorzüglich aber auch als Handelsstrassen benutzt,wozu sie ihre, viele Meilen weit durch die verschiedensten Terri-torien fordlaufenden graden Richtungen besonders geeignet mach-ten. Bei dem sich stets mehrenden Gebrauche musste der Haupt-damm, nachdem das Holzwerk gänzlich geschwunden war, alsbaldin Ulistand gerathen, und zuletzt, besonders im aufgeweichten Zu-stande, zum Fahren ganz unbrauchber werden. Daher ging dasFuhrwerk durch einen der beiden Seitengräben, deren Sohlenbreiteder Wagenspur entsprach. Durch allmäliges Ausfahren des Gra-bens vertiefte sich derselbe zu einem beiderseits von Wällen be-grenzten Hohlwege, während der dritte Wall in der Regel einge-ebnet wurde, und in dieser Form habeu sich diese Strassen anvielen Orten bis in die neuere Zeit erhalten. In cultivirterenGegenden verschwanden nach und nach durch den Ackerbau auclidie beiden begleitenden Wälle, und es blieben nur noch die zahl-reichen Hohlwege übrig, welche, diese, alten Strassen noch jetztdarbieten, und die sich nicht bloss auf abhängigem Boden, wosie am tiefsten sind, sondern auch auf ganz horizontalem Terrainvorfinden. Verfolgt man dieselben aufmerksam, so finden sicliimmer noch Stellen, wo die Reste der Wälle erhalten geblieben.