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Local-Forschungen über das alte Grenzwehrsystem auf der rechten Rheinseite der Provinz Rheinpreußen und in der Provinz Hessen-Nassau
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schränkt und den Ueberresten an Ort und Stelle nicht hinreichendgefolgt ist, was freilich auch nicht Jedem zugemuthet werdenkann. Aber auch schon durch das von ihm Gebotene, wenn esauch nur in beschränkterem Masse zu acceptiren ist, hat er sichbei der so geringen Zahl von Mitarbeitern auf diesem Gebieteden Dank der Alterthumsfreunde verdient.

Hinsichtlich des Laufes der Grenzwehren ist noch eine Eigen-tümlichkeit zu erwähnen, die für die Aufklärung ihrer Bestimmungvon Bedeutung ist. Bereits in meinem 3. Berichte 1 ) ist erwähnt, dassdieGrenzwehren, wenn sie im Begriffe sind, ein Thal zu überschreiten,eine plötzliche Wendung machen, wodurch die Spuren leicht Ver-loren gehn. Solcher Fälle sind seitdem sehr viele beobachtetworden, und zwar laufen die Wehren nach jener Wendung, diebald thalauf- bald thalabwärts geschieht, eine kleine Strecke demThalgrunde parallel, bis sie an eine Stelle kommen, wo das Thalam engsten ist; hier machen sie wieder eine plötzliche Drehungund setzen quer hinüber, drehen sich wiederum zurück und lau-fen dem Thalgrunde entlang, bis sie ungefähr dem Punkte gegen-über ankommen, wo die erste Wendung geschah, drehen sich dannnochmals und gehen in derselben Richtung, die sie auf der andernSeite hatten, weiter.

Es wird nunmehr zu untersuchen sein, ob sich vom Sie-bengebirge r heinaufwä rts etwa dieselben Verhältnisse imLaufe der Grenzwehren, wie am Niederrhein, wiederholen, oder ob sichhier nur eine einzige dem Rheine parallele Linie fortzieht, welche inVerbindung mit dem Strome einen einzigen langgedehnten Land-strich zu begrenzen bestimmt war.

Meine Untersuchungen der oberrheinischen Grenzwell-ren erstrecken sich durch die Provinz Hessen-Nassau bis zur Ahrbei Langenschwalbach; dieselben konnten zwar leider im Einzel-nen nicht in der wünschenswerthen Ausdehnung fortgeführt wer-den, aber ich habe doch schon jetzt aus dem erforschten Materialdie Ueberzeugung gewonnen, dass die oberrheinischenGrenzwehren auf jener Strecke in ihrem Laufe

1) N. B. IV, 30-