7Entwürfe einverstanden, habe ich dann unter dem 27. August 1820 meine Arbeiten, nebst folgendemBericht an die zweite Rammer Einer hohen Ständeversammiung zu übergeben die Ehre gehabt.
«In Gemäsheit des mir von den hohen Lands landen, durch eine dazu beauftragte Commission, mit-getheilten verehrlichen Auftrags, den Bauplan zu einem landständischen Gebäude nach Erforderniss zuentwerfen, und nach geschehener Uebereinslimmung mit den verehiiichen Commissionsmitgliedern, überdie Auswahl des Platzes sowohl, als auch über die Anordnung des Gebäudes selbst, die Risse und Kosten-berechnung für die Execution einer hohen Ständeversammlung vorzulegen, erlaube ich mir, nachdem ichnun die Baupläne, in der kurzen mir vergönnten Zeitfrist, so gut als möglich zur Uebersicht des Ganzengefertiget habe, nachstehendes ehrerbietigst zu äussern.
I. Den Bauplatz betreffend.
Wenn man annimmt, dass ein Ständegebäude seiner Würde nach, so viel als möglich im Centrumder hiesigen Residenz, in der Gegend anderer öffentlichen Gebäude gelegen seyn soll, so ist wohl keinegrosse Wahl für das Terrain, wegen des Mangels an Platz übrig, und es könnte blos die Rede davon seyn,ob nicht etwa einige Gebäude im Gentrum der Stadt dazu acquirirt werden wollten, wenn dasselbenicht vielleicht in einem von dem Centrum entfernten Quartier neu aufzubauen seyn möchte. Im erstenFall würde ein solcher Bauplatz einen allzugrossen Rostenaufwand veranlassen, weil die vorhandenenBaulichkeiten, welche einen solchen Bauplatz vertheuern, grösstentheils nicht mehr zu gebrauchen wären,und im zweiten Fall würde das Gebäude bei einer allzugrossen Entfernung von dem Mittelpunkt derStadt, für die Herren Volksrepräsentanten, welche so viel möglich im Centrum der Stadt zu wohnenwünschen, viel zu unbequem und zu entfernt von ihren Quartieren zu liegen kommen.
Nach Erwägung aller pro et contra, und nachdem beschlossen worden, dass das ständische Gebäudeals das Vorzüglichste, neu aufgeführt werden soll, scheinen mir aber von den verschiedenen in Vorschlaggebrachten Baustellen, der auf hiesigen Marktplatz, neben dem Rathhausplatz, und der andere auf denGarten des Herrn Poslverwalter Rreglinger zunächst der katholischen Rirche die vorzüglichsten zu seyn.Wenn man unbedingt auf dieselbe bauen kann, so wäre von diesen beiden Baustellen wohl der aufdem Marktplatz der vorzüglichste ; allein wenn man in Betracht zieht, dass die hiesige Stadt diesenBauplatz, welcher zu ihrem Rathhaus bestimmt ist, nicht wohl ganz abtreten kann, und dass desshalbdas Ständehaus mit dem Rathhausbau nach dem vorliegenden Bauplan und des vis a vis davon gele-genen, schon grösstentheils exequirten Stadtkirchenbaues als ein Ganzes mit einander vereinigt werdenmüsste, was die hohen Landstände nicht wünschen, so erhält die Postverwalter Rreglinger'sche Bau-stelle den Vorzug, indem man auf jenem Terrain diese Inconvenienzen nicht hat, und das Gebäudeganz isolirt seinem Zweck nach, aufgeführt werden kann.
II. Der Preis des Rreglinger'schen Bauplatzes, welcher dem Vernehmen nach für 12,000 fl. an diehohen Landstände abgegeben werden will, ist zwar dem ersten Anschein nach sehr hoch, allein wennman bedenkt, dass] das Ganze, etwas über einen Morgen grosse Terrain, beinahe in dem Centrum der