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4 (1832)
Entstehung
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572
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572 Pandect. L. XL1V. Tit. 7. De obligalionibits et actionibut.

Siebenter Titel.

De ohligationibus et actionibus.(Von Verbindlichkeiten co ) und Klagen.)

1. GAJ. ]ib. IL Aureor. — Verbindlichkeiten entspringenentweder aus Contractcn, oder Missethaten, oder einer eigen-

69) Ich bin nie in Abrede gewesen, das« unser deutsches Verbind-lichkeit dein Römischen obligatio, sowie ersteres ge-wöhnlich verstanden wird und besonders früher, eheHugo auf die richtige Bedeutung von obligatio aufmerksammachte, nur halb entspreche, sobald von persönlichen Fode-rungsrechten die Kedc ist; allein die Ö et ersetz un'g durchVerbindlichkeit kann ich deinungeaclitet noch nicht für■völlig unzulässig finden, wenn mau nur den Begriff richtigversteht, und weiss, was gemeint ist. Nun ist ja aber durchdes hochverdienten Hugo Bemühungen nicht (blos) durgclhauworden, dass das Wort Verbindlichkeit obligatio nichterschöpfe, sondern er hat gezeigt, dass man unter obligatioüberhaupt etwas Anderes zu verstehen habe, als bis dahin, woer zuerst darauf aufmerksam machte, gemeiniglich angenom-men ward; da nun bis dahin obligatio stets durch Verbind-lichkeit übersetzt worden war, so niusste er natürlich be-haupten, dass dieser Ausdruck unpassend sei, insofern manden alten Begriff daran knüpfte; allein es kommt nur daraufan, ob das deutsche Wort Verbindlichkeit für den rich-tigem Begriff von obligatio auch passt, wie vorher für denfalschen. „Das deutsche Wort Verbindlichkeit, Sagt Hugo imMagazin Bd. 111. S. 390, ist vom Anfang an die Uebersetzung,im eigentlichen Sinne die Verdeutschung des lateinischenWortes von Sylbe zu Sylbe, aber in seiner spätem (d. h. fal-schen) Bedeutung." Hierzu bemerke ich, dass die letztenWorte so zu verstehen sind : im Mittelalter war das lateini-sche Wort obligatio ■/.» dem falschen Gebrauch und Begriffherabgesunken, von dem es durch Hugo wieder emporgerich-tet worden, und in diese Zeit fällt (wahrscheinlich) die Ent-stehung des deutschen Altsdrucks Verbindlichkeit. „Al-lein die Genauigkeit ist merkwürdig, denn das Stammwortligarc, ist durch binden, ob durch ver gegeben, und daslieh, welches sonst auch wohl im Deutgehen wie bar dieblosse Möglichkeit andeutet, heisst ja doch auch die Wirklich-keit eines Zustandcs, also ist verbindlich nicht = verbind bar.sondern = verbunden und verbindend, Hie SubstantiveEndigung keit, das sonst freilich eher durch ung gegebenwird, entspricht hier den) lateinischen iio." „Die Schuld desErfinders des Wortes Verbindlichkeit," fährt Hugo S.408 fort, „war es nicht, dass dieses Höllische Wort nungar nicht in dem Sinn, welchen obligatio bei den Alten hatte,gebräuchlich wurde, es ging dem deutschen Worte als derTochter, wie dem lateinischen, der Mutter, nur dass ersterenoch nicht geboren war, als letztere eines gewissen Wohl-standes genoss." — Liegen nun aber im deutschen Worte alleBedingungen der sprachlichen Möglichkeit au dasselbe den