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wir ersitzen, wenn wir auch nicht wissen, von wem es auf-gegeben worden ist.
5. POMPON. lib. XXXII. ad Sabin. — Wenn ich Das,was du als aufgegeben besassest, und von dem ich wusste,dass es sich in diesem Verhültniss befinde, von dir gekaufthabe, so kann ich es bekanntlich ersitzen, und es steht mirnicht der Umstand entgegen, dass es nicht zu deinem Vermö-gen gehörig ist. Denn auch, wenn ich wissentlich eine dirvon deiner Fran geschenkte Sache gekauft habe, gilt dasselbe,weil du es gleichsam mit Einwilligung und Gestaltung desEigenthiiiners thust. §. 1. Dasjenige, was Jemand als aufge-geben betrachtet hat, wird sofort mein, sowie wenn JemandGeld ausgeworfen, oder Vögel hat fortfliegen lassen, beidesdennoch Dem gehörig wird, dem es der Zufall zufuhrt, wennauch [des Eigenthiiiners] Wille nicht auf eine bestimmte Per-son gerichtet war; und es wird dabei, sobald eine Sache von sJemand als verlassen betrachtet wird, zugleich angenommen,dass es sein Wille gewesen, sie solle Jemandem zu TheilWerden.
.6. JULIAN, lib. III. ad Ursej. Feroc ____Niemand kann
etwas als aufgegeben ersitzen, der fälschlich geglaubt hat, dasseine Sache als aufgegeben betrachtet worden sei.
7. Idem lib. II. es Minicio. — Wenn Jemand über Bordgeworfene Waaren gefunden hat, so fragt es sich, ob er siedeshalb nicht ersitzen könne, well sie nicht als aufgegebenebetrachtet werden? — Es ist richtiger, dass er sie nicht alsaufgegeben ersitzen könne.
8. PAUL. lib. XVIII. Jtesp. — Semproiiiug versuchteder Thetis Streitigkeit wegen ihres persönlichen Standesrechtszu erheben, als sei sie von seiner Sclavin geboren; er hatteaber schon, von der Procula, der Amme der Thetis, Wicksicht-lich der Zahlung von Alimenten angegriffen, vor Zeugen zurAutwort gegeben, er habe nichts, Wovon er ihr Alimentezahlen solle, sondern sie solle sie ihrem Vater Lucius TUiusübergehen; als jene dies in ein Gezeuguiss hatte fassen lassen,damit sie nachher keine Anfechtung von Seiten des Sempro-«ins erleiden solle, liess Lucius Titius, nachdem er der ScjaProcula die Alimente entrichtet hatte, das Mädchen durch fei-erliche Erklärung aus der Gewalt. Ich frage, ob die Freiheitder Thetis angefochten werden kann? Paulus hat geant-wortet: weil der Herr der Sclavin, von der die Thetis gebo-ren worden, die Thetis als aufgegeben betrachtet zu habenscheint, habe sie von Lucius auch zur Freiheit verholfen wer-den können. '
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