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Der Hofgarten zu Düsseldorf und der Schlosspark zu Benrath : von O. R. Redlich, Fr. Hillebrecht und Wesener. Hrsg. vom Düsseldorfer Geschichts-Verein zum 14. August 1893
Entstehung
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Historische Einleitung.

2. Der Chinesische Pavillon.

Man könnte sich vielleicht wundern, dass in einerAnlage, die ausdrücklich als „englischer Garten" geltensollte, derartige, mehr dem französischen Geschmack an-gemessene Zuthaten von wahrscheinlich recht zweifel-haftem künstlerischen Werth zur Verwendung kamen.Dies erklärt sich jedoch einigermassen dadurch, dass mangerade damals sich in einer Uebergangszeit befand undsich vom alten Stil noch nicht vollkommen loszureissenvermochte. Auch in England selbst hatte sich, nachdemdurch den Landschaftsmaler Kent u. A. im Anfang des18. Jahrhunderts der alte Gartengeschmack umgestossenworden war, die Idee eines wirklichen Naturparks durchausländische Einflüsse wieder getrübt. Die sonderbarenSpielereien chinesischer Gärten waren schon durch Baconund William Temple, sowie durch die Jesuitenbriefe imAbendlande bekannt geworden und hatten dann besondersdurch die fabelhaften Berichte W. Chambers zur Nach-ahmung gereizt. Infolge dieser Einflüsse entstand dersogenannte anglo-chinesische Stil, der zwar auf der einenSeite bestrebt war, malerische Naturschönheiten auf kleinemRäume zusammenzudrängen, andrerseits aber doch durchdie Ueberfülle an allerhand Zierbauten vielfach zur Un-natur führte.

Obwohl nun, wie erwähnt, die neue PempelforterPromenade in der Hauptsache noch im alten geradlinigenGeschmack gehalten war, wusste der oben characteri-sirte Stil, freilich nur schüchtern, auch hier Eingang zugewinnen. Im Jahre 1779 wurde Brosy ermächtigt, mitdem Schreinermeister Eisermann über Herstellung einesChinesischen Pavillons mit Seiten-Gitterwerk undNischen auf 788 Thaler gegen Lieferung des grobenEisenwerks, Blei, Kalk, Hausteine und Eichenholz zuaecordiren. Es handelte sich darum, „an der Seite derLandskron die Promenade zu schliessen." Dies sollteentweder durch ein Grottenwerk oder durch Gitterwerkeschehen und das dort vorhandene eiserne Thor dann

den Eingang der Kunst-Gallerie gesetzt .werden.Wir glauben den Platz zu diesem Zierbau zwischen demBassin und der Landskron (bekanntlich der grosse Teichzwischen Kaiserstrasse, botanischem Garten und Ananas-suchen zu dürfen; konnte hier der Zugang zum

an

bergHofgarten

verschlossen werden, so war damit die Pro-menade nach der Südseite zu überhaupt abgeschlossen.Der Blick aus dem neuen Jägerhof über die Anlage

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