2 Historische Einleitung'.
Diese künstlerische Kraft durfte nun auch für dasbergische Land nutzbar gemacht werden. Auf den Antragdes damaligen Statthalters von Jülich-Berg, des GrafenLudwig Franz von Goltstein, wurde Pigage zunächstbeauftragt, einen Plan zur Einrichtung einer öffentlichenPromenade „zu mehrerer Verschönerung und Ansehen"der Kesidenzstadt Düsseldorf zu entwerfen, zu welchemZwecke der alte Hofgarten zwischen dem Ratinger Thorund dem Jagerhof verwendet werden sollte. Der Planfand die Billigung des Landesherrn; Carl Theodor beauf-tragte in einem Erlass d.d. Schwetzingen den 4. August 1769den Statthalter, sich mit Pigage „wegen der Einrichtungsartsowohl als der Kostenbeschränkung" ins Einvernehmenzu setzen und zugleich Stadt und Garnison zu veranlassen,das Unternehmen zu fördern und zu unterstützen. GrafGoltstein wurde hiermit dafür verantwortlich gemacht,dass alle nothwendigen Anstalten getroffen würden, undsollle dann über den Erfolg seiner Bemühungen demKurfürsten „umständliche Nachricht ertheilen".
Ob ein solcher ausführlicher Bericht jemals erstattetworden ist, vermögen wir nicht anzugeben; in den unserhaltenen Akten befindet er sich jedenfalls nicht.
Nicht der Graf Goltstein persönlich ist es gewesen,der nun alle nöthigen Anstalten zur Instandsetzung derPromenade getroffen hat, sondern der Oberkellnerei-verwalter C. P. Brosy, nachdem ihm am 10. November1769 von Seiten der kurfürstlichen Hofkammer die Voll-ziehung und Ausführung des Plans aufgetragen wordenwar. In seiner Hand lag die Verwaltung der in Katenvon i"000 Thalern ausgezahlten, für diese Promenadebestimmten landesherrlichen Mittel, die Prüfung derAnträge und Rechnungen, der Abschluss von Contractenmit Unternehmern und Handwerkern. Allerdings hatteja die Hofkammer die Entscheidung über die Verwendungder Gelder, über den Abschluss der Verträge u. s. w., dabeihandelte es sich jedoch nur um eine Formalität, da inWahrheit Brosys Berichte und Vorschläge den Beschlüssen'der Hofkammer zu Grunde lagen und meist wörtlich indieselben verwebt wurden. Brosy hat sich mit grosserGewissenhaftigkeit und Sachkenntniss seiner Aufgabe an-genommen. Gerechte Forderungen der Handwerker etc.fanden in ihm immer einen einsichtigen Fürsprecher.Dabei war der Geschäftsgang ein schneller; währendheute derartige Anträge wochenlang liegen bleiben, wardamals in der vielverspotteten Zopfzeit in wenigen Tagen,oder sogar meist an einem Tage, alles erledigt.