fraglos nur um das unverbindlich Harmloseste han-deln könne. Wohl setzen wir die Kunst jedesmal be-tont in den Vordergrund, ja gewissermaßen in denMittelpunkt unserer Beachtung, schätzen den Men-schenrang vielfach nach der Empfänglichkeit und demVerständnis für sie ab, lehren schon unsere KinderVerbeugungen vor ihr, lange ehe das kindliche Urteilein eigenes wurde, jedoch dies bleibt alles ohne Be-lang. Wir tun dabei so, wie wenn es uns um die„echte, große reine" Kunst ginge, mit strenger Ab-scheidung von „tendenziöser" oder gar bloß erholen-der; wir verlangen allerlei Bildung, um ihren Form-gesetzen nachgehen zu können und sie auch artistischzu begreifen; wir leugnen entrüstet, daß eine gerade,und sei's auch langgezogene, Linie laufe von derKunst zum sonstigen Leben - denn es soll eine re-präsentative Bruchstelle zwischen beiden bleiben: hieKunst, drüben Unkunst. Ja, so tun wir, aber währendwir ihr eine so gefährliche Stellung aufreden, geschiehtes doch nur aus sicherm Behagen heraus, das nichtszu fürchten hat von unversehens umstürzenden Wir-kungen. Deshalb wird Kunst etwas Lebensabseitiges,Sache der Anerzogenheit, Sache bestimmter bevor-zugter Klassen und Stände, ein ihnen vorbehaltenerZuschuß an Genießerischem, von „hoch" Genüß-lichem neben den Genüssen Banaler. Daran ändernauch unsere gelegentlichen Einblicke in das katastro-
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