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Rainer Maria Rilke
Entstehung
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zu werden. Aber in jedem Fall, wie voll ihr Sinn sichihr auch erfüllen mag, bleibt sie nach beiden Rich-tungen dienend verpflichtet, bleibt zwischen beidender einigende Bindestrich, Wiederherstellung einerEinheitlichkeit, die uns nur so wiederaufgehen kann.Und ebendeshalb ohne Spielraum - ja ohne auch nureiner Ritze, Spalte, souveränen Raum für sich allein.Scheint es jemals anderes, das heißt, überanstrengtdie Kunst sich dazu, mehr als Ausdruck darzustellen,so rächt sich das in demselben Betracht, wie es sicham Dichter rächte: sie gewinnt eine Realität, für diesie dem Menschendasein den unverbrüchlichen Fuß-breit Raum rauben muß - es in jenes tödliche Ver-hängnis stürzen muß, worin sein großes Grenzwerksich aufrichtete, indem es ihn opferte.

Man kann aber an seinem Grabe nicht verweilthaben, ohne sich mit einem gewissen Schauder ein-zugestehen, wie leichthin und unwissentlich wir dochüber solche letztliche Tatbestände innerhalb dessen,was wir Kunst nennen, hinwegleben. Fast scheint esso, als ob unser gang und gäbes Verhalten zur Kunstam allerwenigsten danach eingerichtet wäre, sich dar-auf zu besinnen. Als ob unsere durchschnittliche Un-aufrichtigkeit, Phrasenhaftigkeit, Vogel-Strauß-Politikin unsern innern Verhältnissen, hier am allgemeinsten,am selbstverständlichsten sanktioniert sei. Als ob essich in unserer Grundeinstellung zur Kunst ganz

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