Druckschrift 
Rainer Maria Rilke
Entstehung
Seite
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lNlCHT so ausschließlich, wie man oft meint, ist; ,Nachtrauer" rein gefühlsmäßiges Besetztsein: es istmehr noch eine Unablässigkeit des Verkehrs mit demEntschwundenen, als nähere er sich. Denn durch denTod geschieht nicht bloß ein Unsichtbarwerden, son-dern auch ein neues Insichtbarkeittreten; nicht nurwird hinweggeraubt, es wird auch auf eine nie er-fahrene Weise hinzugetan. Von dem Geschehenan, das die fließenden Linien für unser Auge er-starren macht, an denen das ständige Wandeln undWirken einer Gestalt sich äußerte, geht oft erst ihrInbegriff in uns auf - dasjenige daran, zu dessenTotal-Erfassung durch uns der zeitliche Daseinsablaufnicht still hielt.

Und dieser neue Vorgang findet statt als dasselbeunwillkürliche Miterlebnis wie zur Zeit des persön-lichen Austausches, ergibt sich nicht aus absichts-voller, trösten oder feiern wollender Gedankenan-strengung. Nicht einmal unterbrechbar durch diesich zwischenschiebenden Anlässe sonstiger Erleb-nisse oder Eindrücke geht solche leidenschaftliche