»bescheidene Fähnrich erhöbe ein Geschrei wie einFeldwebel". Die Gedichtbände „Advent", „Mir zurFeier", sammelten sich; endlich, als schönster Ertrag,»Das Buch der Bilder"; zwischendurch wurden die»Geschichten vom lieben Gott" erzählt, deren Prosader Poesie nachsteht: wie auch schon die frühern,nicht bewahrten Novellen noch redselig und im Tongesucht erschienen. Stofflich sind die „Geschichten"schon vom russischen Interesse beherrscht. Vor Ostern189Q führte eine lang vorbereitete Reise Rilke nachMoskau, wo wir auch (zu dreien mit meinem Mann),den greisen Leo Tolstoi besuchten (den er und ichdann im folgenden Jahr auf Jasnaja Poljana bei Tulalänger wiedersehen durften). Obgleich Tolstoi uns aufdas heftigste ermahnt hatte, abergläubischem Volks-treiben nicht noch durch dessen Mitfeier zu huldigen,fand die Osternacht uns doch, direkt von ihm kom-mend, unter der Gewalt der Kremlglocken. Im bereitsangeführten Brief (aus Rom 1904) gedenkt Rilke dieserFeier:
„Mir war ein einziges Mal Ostern; das war damalsm jener langen, ungewöhnlichen, ungemeinen, erreg-ten Nacht, da alles Volk sich drängte, und als derIwan Welikii mich schlug in der Dunkelheit, Schlagfür Schlag. Das war mein Ostern, und ich glaube, esreicht für ein ganzes Leben aus; die Botschaft istmir in jener moskauer Nacht seltsam groß gegeben
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