Druckschrift 
Rainer Maria Rilke
Entstehung
Seite
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rißlosen Ineinander mit jeglichem, was ja gleichfalls.diesen Mutterschoß zur Voraussetzung hat, - seineKindheit und Bindung darin hat. Eben die Kindlich-keit und Primitivität der Grundvorstellung ist es, diedem Dichter am russischen Wesen und Frommseindie Zunge löste: dies Zurückgeführtsein auf das ge-wissermaßen Familiäre des Gottschöpferischen in derMenschheit; als würde die so persönlich von ihmentbehrte Urkindheit und Urheimat darin geschenkt,als stehe er vor sich selber damit als Kind - wie fürdas Kind ja der Gott aus den Erfahrungen des Eltern-hauses erwächst. v

Entsprechend dem Umstände, daß der Gott hiernicht vor allem Allmacht zu bedeuten hat, sind dieGebete desStundenbuches" auch nicht schon Ergeb-nis einer gewandelten Existenz, die sich nun schonendgültig verwirklicht. Zwischen den Strophen lagennach wie vor die Tiefstände ringender und verzweifeln-der Stunden, wie zuvor. Nur die Einstellung zu ihnenwar gewandelt, war Gebet geworden, Sammlung ineinem unerhörten Sinn der Hingabe, des Angelöb-nisses. Man könnte sagen: er betete sich darin vor, wieja auch als Dichter er damit sein Endgültiges nichtetwa schon zu geben glaubte, sondern es sich gleich-sam vordichtete, in einem Empfangen: indem auchdas Alltäglichste noch am Gott zu Dichtung wurde.Was er tadelnd seine Überschwenglichkeit genannt

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