Druckschrift 
1 (1840)
Entstehung
Seite
11
Einzelbild herunterladen
 

Hl

- 11 -

Im das Jahr 796 fing der Bau der neueu Hofkapelle (Münsterkirche) an. Einhalt sagt von dieseBaue ') »Karl haute zu Aachen ein Münster von gar grosser Schönheit , und schmückte es mit Gold undSilber und mit Fenstern, auch mit Giltern und Thüren von gediegenem Erz. Zu dem Baue desselbenliess er die Säulen und Marmorsteine aus Rom und Ravenna 2 ) herbeischaffen , da sie anderswoher nichtzu haben waren. Früh und spät, zur Messe wie zur nächtlichen Hörn, ging er, so lange es sein Gesund-heitszustand erlaubte, stets unverdrossen in die Kirche , und trug grosse Sorglalt, dass Alles, was daringethan wurde, mit möglichster Wohlanständigkeit geschah, indem er die Kirchenwärter häufig erinnerte,dass sie nichts Ungeziemendes oder Unreines weder hineinbringen noch drinnen bleiben Hessen. HeiligesGeräth von Gold und Silber, desgleichen priesterliche Gewände Schafte er in solcher Menge darin an,dass bei der Feier der Messe nicht einmal die Thürsteher in ihrer gewöhnlichen Kleidung ihr Amtverrichten durften.

Das Vorlesen und den Gesang verbesserte er aufs sorgfältigste , denn er verstand sich auf Beides garwohl , obschon er selber nie öffentlich vorlas und nicht anders , als halbleise und mit andern gemein-schaftlich sang, ic

Nach dem oben angeführten Geleniaa 3 ) soll Karl d. G. dem Gereonsstifte in Köln die Herrschaft Viers-en geschenkt haben, weil er auf dessen Eigenthum in der Pfarre Kriel zwischen Effern und Köln , deuMarmor gewonnen , mit welchem er seine Hofkapelle Aachen zierte. Gelenius, der sein Buch beinaheS40 Jahre nach Vollendung und Ausschmückung der hiesigen Münsterkirche durch Karl dem Drucke über-gab , führt (ür das von ihm Gesagte weder eine Urkunde noch einen wichtigen Schriftsteller an. Solange die besagte Karolingische Schenkungs-Urkunde über Vierssen nicht vorliegt, ist das von Gelenius ge-schriebene mit Rocht, für eine unbegründete Sage zu hallen.

Nach der Chronik von Verdün *j sollen zu Karls Bauten schwere Quadersteine von dieser Stadt gekom-men sein , wo er die Stadtmauern mit ihren Thürmen halte schleifen lassen. Ansigis , Abt der AbteiFootanell in der Normandic unweit Rouen soll den Bau des Pallasles und der Kirche geleitet haben, 5 )Diese Ehre wird insgemein dem Einhart oder Eginhart 6 ) , der damals noch ein Jüngling war, un-richtig beigelegt. Er wird zwar Aufseher der Königlichen Gebäude Aachens genannt. Als er aber diesesAmt verwaltete , waren Pallast und Kapelle schon fertig. Allein auch das Fertige bedurfte der Aufsichteines Bauverständigen, und mancher Thcil wird wohl später ausgebaut worden sein.

J ) Fita car. M. oap. 26.

s ) Mit Einwilligung des Papstes Hadrian. Siehe, dessen Antwortschreiben an Karl bei Jiouquet l. c.

T, V . png. 581. und Miraei I. c. T. 1- png. 643-:l j I. c. pag. 261-

4 ) tlugo florin. chrotu Virdun. ad an, 788. bei Jiouquet l, c, T. J . pag. 373-4 j ITAcherii spicilcgium. Mit. 2 h in 4 10 . Parisiis 1659. T, Hl. pag. 233.8 J Zu diesen Zeiten lebten zivei berühmte Einharten, die jüngere Schriftstelle) sn einem gemacht

haben.