Lamor.164streut sind die Haare meines Haupts. Meine Ner-pen sind schlaff und verwelkt; gänzlich erloschenmein Aug. Aber Elend, noch drückender, als dasAlter, begleitet mein trauriges Schicksal. Achmein Morgan! mein Moran, mein hülfloser, meinunschuldvoller Sohn! Aber du bist glücklich meinKind! Du bist von deiner Kette befreit. Dutrotzest des Wüterichs Wut! — Ach Sulir, un-glückliches Mädchen, dich trifft ein härteres Loos,du bist ein Raub seiner Lust.Ueberfluß segnete einst meine Hallen. Der Frem-de war willkommen zu meinem Mahl; der Rei-sende immer zu meinem Tische eingeladen; keinWaise beschuldigte mich des Tods seines Vaters;keine Mutter des Verlusts ihres Sohns; keinMaͤdchen klagte erlittenen Schimpf. Mein Herzwar mild, wie der Regen im Frühling, wenner Leben und Heil über die Ebne von Semin ver-breitet, da der Hauch des Norden sie verläßt,und die Blume ihr reizendes Haupt empor hebt.Die Sonne stieg flammend über die Gipfelvon Gomra. Die beeisten Bäume zeigten ihrerauhen Wipfel durch den krausen Nebel. Der
Einzelbild herunterladen
verfügbare Breiten