Lamor. Ein Gedicht.163Hauche flog sein langer schneeweisser Bart. Sei-ne Stimme war leis und gebrochen. Kaum konnt'ich sein Klagen vernehmen, so schwach waren seineTöne aus seiner Höhle.Flieht, entfernt euch, sagt er, ihr Gedan-ken der Vorzeit! ihr fügt neues Schrecken zumeinem Wehe. Düstre, rauhe Höhle! du gräß-liche Wohnung eines Königs, dir allein kann ichmeine Schmerzen erzählen. Der Sturm, derdeine düstre Klüften durchheult, wütet weniger,als der Orkan in meiner Brust. Die kalten Trop-fen, die von deinen veralteten Gewölben herab-träufeln, sind weniger verderblich, als meine heis-sen, meine fließenden Zähren. Aber so rauh,und wild du auch bist, o Höhle! dir werd ich mei-ne Wehmut vertrauen. Dein einsamer Sohn *)wird sie hören; er wird sie vernehmen, und mei-nen Schmerz wiederholen.Hier lieg ich an blosser Erde gestreckt. MeineGlieder sind vor Alter verzehrt. Dünn, und ver-f2*) Die alten Celten haben das Echo für einen Sohnder Felsen gehalten.
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