134Oßians letztes Lied.giftige Zunge des Neids das Gedächtniß derer nichtlöschen, die sie in ihren Liedern erheben. DieHerrlichkeit der Sonne wird vergehen, sie, die soin ihrem Laufe, die, so in ihrer Stärke jubelt,die, so gebieterisch in den weiten Himmeln herr-schet, diese Sonne wird vergehen, von der unwi-derstehlichen Kraft der Nacht überwältigt; ihrGlanz wird aufhören, ihre Macht ein Ende neh-men; Aber deine Würde wird dauern, deine Herr-lichkeit ewig verbleiben. — Du wirst die Schran-ken der Zeit überschreiten. Du wirst siegreich durchden grenzlosen Raum wandern, und in endloserEwigkeit herrschen. Ich sehe die Söhne der Tu-gend neben der großen Macht des Himmels sitzen.Dort trinken sie ewige Wonne; dort schwimmen siein Meeren von unvergänglicher Freude. Aber niewird des Grausamen Herz, nie die niedrige Seeledes Feigen die unnennbare Wollust genießen, wel-che von deiner Würde herfließt. Weit von seinemGesichte vertreibt sie das mächtige Wesen.Ganze Natur ertoͤne mein Lied! O Mond, du zier-licher Wandrer der Nacht! O Sterne, die ihr sofunkelnd erglänzt in der blauen Schaale der Luft,beugt euch, und erkennt die Würde der Tugend.Ihr Ströme, da ihr murmelt in eurem Laufe! Ihr
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