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Neu-entdeckte Gedichte Ossians
Entstehung
Seite
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129Oßians letztes Lied.vira sah unsre Ankunft. Sie rief ihren Vater,und Geliebten: Aber ach! sie rief ihren Geliebtenvergebens. Er fiel unter Struthdags Klinge.Ich kam mit den Schritten des Alters. Ich ver-nahm das traurige Schreien meiner Tochter.Struthdarg erreichte eben das Ufer, und beſtiegſein ſchwarzbusigtes Schiff. Er zwang Sulviravoran, und hob sie hoch in seinen Armen. IhrBusen war mit Blute befleckt. Ihre Locken flogenverworren im Winde. Hoch schlug mein wütendesHerz. Grimmig warf ich meine Lanze. Der flie-gende Speer durchdrang den Hals des Verräthers.Aber, ach, er durchdrang meine Tochter zugleich.Sie stürzten an den schlammigten Fels. Ich fielauf den Busen Sulviras, und benetzte ihre Wundemit meinen Thränen. Am Seegeschlagenen Ufererhob ich ihr Grab, und legte Torlath an ihre Seite.Ruht friedsam ihr unschuldigen Kinder der Liebe,an Morvens felsigtem Gestade! Schlafte sanft inder Höhle des Felsen! Ach mein Geschlecht ist erlo-schen. Ich gleich der vermoderten Eiche der Wüste,meine Aeste sind hinweggerissen, mein veralteterStamm ist vergangen.Ach was ist das Glück des Lebens! was das