Druckschrift 
Neu-entdeckte Gedichte Ossians
Entstehung
Seite
124
Einzelbild herunterladen
 

Oßians letztes Lied.124Blätter, neue Geschlechter sprießen wieder wieKeime; aber sie reichen zum nemlichen Ziel. WieWogen auf Wogen sich wälzen, und gegen dieUfer sich brechen, so stürzen die Söhne der Men-ſchen. Maͤchtige fallen wie Feige. Wer kann dendunkel rollenden Strom der Jahre einhalten? Werbinden die Flügel der Zeit? Das hungrlge Grabverschlingt unerbittlich das blühende Mädchen, denzarten Jüngling, und den graulockigten Krieger,den Schrecken des Felds. Sie liegen untereinan-der vermischt. Wo sind die grausamen Gebieter,die im Blutvergießen frolockten? Wie Lanos tödt-liche Dämpfe, verzehrten sie ganze Länder in ihrerWut. Aber ihre Namen sind vergessen; der Bardeverbannt sie aus seinem Lied'. Ihre dunkeln Gei-ster wandeln einsam in den dicken Nebeln derSümpfe. Sie steigen nie zur Wohnung der Wol-ken hinauf.Aber, ihr Helden, ihr Freunde der Leidenden,ihr, deren Schwerder nie Schwache verletzten,ihr lebt ewig im Liede? Wir loben dich Trennjorbei unsern Mahlen, Morben erschallt vom NamenFingals. Auch Oßian, du bist berühmt. Conasliebliche Stimme ist beehrt. Wer sang, wie du,