69zweiten Ehe, welche jedoch, wie die erste, kinderlos blieb. Seinezweite Gemahlin überlebte ihn, kam aber nie in ihre jülich bergischenLande, so daß der ursprüngliche Zweck des Wittwensitzes nichterreicht wurde.Kurz vor Ausbruch der französischen Occupation und derAbtretung des bergischen Landes an den Kaiser Napoleon und durchdiesen an Joachim Murat residirte der Statthalter der hiesigenLänder, Prinz Wilhelm von Baiern, zeitweilig in Benrath, wohinderselbe auch einen großen Theil des Mobilars bringen ließ,welches er aus dem Nachlasse der Fürst=Aebtissin von Essen geerbthatte.Ebenso weilten Großherzog Joachim und seine Gemahlin mitunter in Benrath, woselbst auch Kaiser Napoleon und Marie Louiseseine Gemahlin am 4. November 1811 übernachteten.König Friedrich Wilhelm IV. von Preußen hat ebenfalls einigeTage im Jahre 1841 und später dort zugebracht und bis zumHerbste 1873 war dasselbe Residenz Sr. Hochfürstlichen Durchlauchtdes Erbprinzen von Hohenzollern=Sigmaringen.Die Verwaltung wird von der Königlichen Regierung zu Düs-ſeldorf geführt.Kurfürst Karl Theodor ließ behufs der beim Schlosse projektirten Wasserwerke den Itterbach in den hierzu bestimmten Kanalvom Kloster Noven bis zum Schlosse lenken. Dadurch wurde derLauf des Itterbaches vollständig geändert. Dieser Bach lief biszu dieser Zeit am Cappeler Hof vorbei durch Langeweier (damalswirklich lange Weier) an Niederheid, Haus Elbroich, Itter undHimmelgeist vorbei, in den Rhein. Auf dieser Strecke lagen zuBeurath, Langeweier und Himmelgeist Mühlen, welche wegen desVerlustes ihrer Mahlgerechtsame entschädigt werden mußten. Auchein Theil der Gemeinde=Gründe wurde zum Schlosse eingezogendafür aber keine Entschädigung gewährt, dagegen die eingezogenenGrundstücke der anschießenden Privaten entschädigt.In dem alten Schlosse war, wie bereits erwähnt, eine Capelle,die noch besteht; in dem neuen von Kurfürst Karl Theodor errich-teten Schlosse und zwar in dem zunächst Benrath gelegenen Flügelein Oratorium. Jedoch waren in der Pfarrkirche zu Benrath auchzwei Kirchensitze, welche zum Schlosse gehörten.Von der Beurather Geistlichkeit war aber Niemand verpflichtetdort zu deserviren. In ältern Zeit brachten wohl die Fürsten und
Einzelbild herunterladen
verfügbare Breiten