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Historische Nachrichten über Benrath
Entstehung
Seite
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68nach Düsseldorf, woselbst zwei Jahre vorher das Schloß zur Auf-nahme des Fürsten eine durchgängige Instandsetzung und Reparaturerhalten hatte und wo bei seinem ersten Eintritte in die Länderihm ein so glänzender und herzlicher Empfang bereitet worden war,daß das Wohlwollen und die gnädige Stimmung des Fürsten zuGunsten seiner niederrheinischen Besitzungen sich deutlich kundgab.Im Spätherbste 1755 kam der Kurfürst zum zweitenmale nachDüsseldorf und verweilte dort bis zum Mai 1756.In diese Zeit fällt die Idee zur Errichtung eines neuen Schlosses zu Benrath. Die von Philipp Wilhelm und seiner Gemahlingemachten Anlagen, namentlich die Baumparthien, hatten ein Altererreicht, worin sich die Schönheit der Anlage im günstigsten Lichtezeigte, das von der Kurfürstin Magdalena mitten in dem großenSchloßweier angelegte italienische Halbschloß hatte dagegen durchFeuchtigkeit und theilweise auch durch Brand der Art gelitten, daßes unbewohnbar war. Karl Theodor erließ demnächst durch Decretde dato Düsseldorf den 18. December 1755 den Befehl zur Errich-tung eines neuen Schlosses unter gleichzeitigem Abbruch des imWeier liegenden Schlosses.Der Plan dieses neuen Schlosses sammt Anlage der Gärten,Terrassen, Alleen, Wasserleitungen und Cascaden wurde sofort vonOberbaudirektor von Pigage angefertigt und der Jülich=BergischeStatthalter Graf von Goltstein mit der Ober=Aufsicht des Bauesvom Kurfürsten betraut.Der Bau nahm circa 20 Jahren in Anspruch, woran haupt-sächlich die einfallenden Kriegsjahre des siebenjährigen und bairischenErbfolgekriegs großen Antheil hatten und soll über 800,000 Thaler,nach Andern 1 Million Thaler, gekostet haben.Beim Baue waren sehr viele Unterschleife vorgekommen,welche die Vollendung verzögerten und dazu vertheuerten, abgesehendavon, daß derselbe in Folge der in die Bauzeit fallenden Kriegs-jahre ins Stocken gerieth.Das Schloß war zum Wittwensitze der Gemahlin Karl Theo-dors bestimmt und wurde deßhalb gleich nach seiner Fertigstellungvollständig möblirt, sowie die Parkanlagen mit einer ausgesuchtenOrangerie versehen.Auch dieses Schloß diente nur zeitweilig zum fürstlichen Auf-enthaltsort. Karl Theodor überlebte seine erste Gemahlin undschritt bei hohem Alter in der Hoffnung auf Nachkommenschaft zur