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Historische Nachrichten über Benrath
Entstehung
Seite
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76VIII.Die Vergiſchen Schützenſeſte im17. Jahrhundert.Von W. Crecelius.Die gegen das Ende des Mittelalters überall in Deutschlandauftauchenden Schützengesellschaften entsprangen aus dem Bewußtseindas sich im Bürgerstande allgemein zu regen begann, daß er zuSchutz und Trutz gegen seine Feinde gerüstet sein, daß er auch mitden Waffen bereit und schlagfertig dastehen müsse, um gegen fremdeEindringlinge sich wehren und gegen die Neider im Innern seineFreiheit vertheidigen zu können. Die Schützenfeste aber, welcheaus größeren oder kleineren Distrikten von den Schützengesellschaftenbeschickt wurden, dienten dazu, das Gefühl der Gemeinsamkeit zustärken, die Theilnehmer daran zu erinnern, daß ihre Interessendie gleichen seien und daß nur durch festes Zusammenhalten dereinzelnen die Unabhängigkeit und Freiheit aller erhalten bleiben könne.Auch im Bergischen bildeten sich solche Schützengesellschaftenwelche gemeinsame Feste begiengen. Durch Documente, die HerrPfarrer Stinshoff unserem Vereine überließ, bekommen wir näherenEinblick in diese Verhältnisse, weshalb ich hier das Wichtigste mittheile.Die Urkunden beginnen mit einer Bittschrift, welcheSemptliche junge Gesellen dieser Burgerschafft Ratingen unter 24. Juni1588 an den Bürgermeister richten. Sie haben die Absicht mitdessen Zulassungein dißmal alhier new angesteltes, jedoch bevorgnugsam und wol bedachtes, und nach gemeinem Brauch so wol dernegstbeiliggender, alß frembder orther regulirtes und zugerichtesSchützenſpiell in aller Stille, ſittiglicher und unergerlicher Weiſe,umb sich nur mit Aufsetzungh etzlicher Cleinoten in dem Wolschießenzuversuchen und zugebrauchen, schierstkommenden Sontags (GliebtsGott) zuhalten. Die Bittschrift fährt alsdann fort:Und dweildan zu itziger gefehrlicher Zeit nit weniger ein wolgeubter Schutzoder Kriegßman, alß zur Zeit des Friedens ein gehorsamer Burgerim Politischen Regiment erfurdert wirdt, Und aber ohn vorgehung