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Einige Predigten über das Buch Ruth
Entstehung
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316
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0316tief empfinden und dann doch stillen Gemüths blei-ben, nicht murren und seufzen, friedlich hingehenund sein Werk wirken, auf Gott vertrauen und vonder Zukunft das Beste erwarten, Sanftmuth undFreundlichkeit beweisen gegen Jedermann und unterseinem Schmerze Niemanden mit leiden lassen;wahrlich dazu gehört viel guter ernster Wille, vielweises Nachdenken, viel Anstrengung seiner Geistes-kraft, viel Selbstverläungung, viel Glaube undviel Liebe. Und so viel Stärke lag in der Seeledieses holdseligen jungen Weibes! Denn sehet doch,wie so ruhig und fest sie der Mutter ins fremde Landfolgt! wie standhaft sie ihr beysteht! wie sie es sichnie merken läßt, daß sie sich nach ihrem Vaterlan-de und ihre Familie zurücksehnt! wie sie alles, wasihrer Mutter unangenehm seyn könnte, entfernt,verschweigt, verhütet! wie viel Mühe sie sich giebt,sie zu erheitern! wie sie sich selbst vergißt aus Sorg-falt für ihre Ruhe und Versorgung! mit welch ei-ner stillen Heiterkeit sie ihr stets begegnet! wie sieallen Schmerz über ihre Leiden, alle Trauer überdas Hinwelken ihrer Jugend, alle Seufzer über dieKümmernisse ihres jungen Lebens vor ihr zu verber-gen weiß. O sie sey uns allen ein Vorbild in demſanften und geduldigen Sinne; ihr Beyſpiel lehreuns, wie viel der gute Wille vermag, wie stark dieMacht unsers Gemüths sey gegen die Reitzungen des