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Einige Predigten über das Buch Ruth
Entstehung
Seite
317
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3¹⁷#Temperaments und gegen die Anfechtungen des Schick-sals. Wenn es uns schwer werden will, Geduldund Ruhe zu beweisen, wenn unser Herz im Leidensich empören will, dann trete das Bild dieser edlenweiblichen Seele vor die Augen unsers Geistes, unsMuth einflößen. Ach, wir bedürfen wohl oft einersolchen Ermunterung, wenn in unserm häuslichenLeben Tage voll Herzeleid und Trauren eintreten.Der Muth entſinkt uns ſo leicht, das Herz wird ſoleicht unruhig, so leicht verliehren wir die Fassungund werden unwillig und stürmisch, oder schwach undverzagt. Möchten wir es in solchen Fällen doch be-herzigen, was wir an dem Exempel der Ruth so an-schaulich erblicken, daß kein Herz zu zart und zu ge-fühlvoll sey, um nicht auch unter heftigern LeidenRuhe und Gleichmuth beweisen zu können. Fassetihr insbesondere dieses schöne Bild des Gleichmuthsfest ins Auge, ihr Jungfrauen, die ihr ins häus-liche Leben treten wollet. Ihr wisset es ja, daß ihrnicht einem Leben voll Ruhe, Vergnügungen undfröhlicher Zerstreuung, sondern mehr einem Lebenvoll Unruhe, Sorge und Mühe entgegen gehet. Ihrwisset es ja, wie leicht und häufig in diesem häus-lichen Leben mancherley Ungemach und Schmerz unsüberfällt und wie leicht wir uns da zu Unwillen,Verdruß und Traurigkeit hinreißen lassen. Nehmetes euch doch recht ernstlich und herzhaft vor, alles