54310Theurung, da unaufhörliche Unordnungen und Kriegs-unruhen dem Menschen das Leben verleideten, dastägliche Brodt zu gewinnen. Sehet doch, wie leichtsie zufrieden ist, und wie viel sie sich gefallen läßt,ohne zu murren! Wie Viele thun nicht also! Undwie sollte uns dieses Exempel der in ihren Geschäf-ten so unverdrossenen Ruth beschämen, wenn wiruns so oft bey geringern Sorgen und Beschwerdenvon Unmuth und Verdruß gleich hinreissen lassen.Ist das löblich, wenn wir so arbeitsscheu sind undjegliche Beschwerde, jegliche Plage fürchten? Ge-ziemt sich das für uns, daß uns oft die geringstenHindernisse und Schwierigkeiten, die unbedeutend-sten Misgeschicke und Unfälle, die wir in unsernhäuslichen Geschäften erfahren, zum Unwillen undzur Uebellaune reitzen? Ist das recht, wenn wirdie Unsrigen betrüben und kränken, weil uns dieIst das liebreich, wenn wirArbeit schwer wirdunsre oft nur gar zu geringen Beschwerden, diewir für die Unfrigen ertragen, so hoch anschlagenund verdrossen sind, ein Mehreres zu thun? Olasset uns doch nicht verdrossen werden, Gutes zuthun! Einen Arbeiter, der heiter und unverdrossenist bey seiner Arbeit, den haben Gott und Men-schen lieb.III. Was mir an unserer Ruth drittens schön undtreflich dünkt, das ist die Bestimmtheit und
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