p.unermüdeter Sorgfalt besorgte sie ihr ganzes Haus-wesen. Nie fuhr sie hart und unfreundlich gegenihre Mutter heraus, sondern mit einer Freundlich-keit und Achtung, die dem Alter gebührt und derTochter Pflicht war, begegnete sie ihr zu jeder Zeit;alles was du mir sagst, sprach sie mit holder Stimme,das will ich thun, und das that sie. Ein Tag giengnach dem andern und ein Jahr nach dem anderndahin: sie blieb sich in ihrer Thätigkeit gleich. DasWerk, das sie am Abend niederlegte, ergriff sie amMorgen wieder mit bereitwilliger Sorgfalt. Siewurde ihrer Sorge nicht überdrüßig, verlohr darü-ber nicht ihren Frohsinn und ihre Heiterkeit. Stetssah man sie arbeitsam und thätig, nie müßig. Stetsarbeitete sie mit Freude und willig, nie gezwungenund ärgerlich. Nie ließ sie sich durch einen sorgen-vollen Sinn oder eine arbeitsvolle Stunde verleiten,die Mutter zu kränken und zu betrüben, aber stetssuchte sie ihr Freude zu machen und Ruhe zu ver-schaffen. Achtet doch, ihr, die ihr über Mangelund Noth ſeufzet, auf das Exempel der unverdroſ-senen Ruth. Sehet doch, wie sie sich nicht langebesinnt, sondern sofort Arbeit sucht und die Arbeitergreift. Sehet doch, wie sie im Vertrauen aufGott und aus Liebe zu den Ihrigen nicht müde undverdrossen wird in ihrer Arbeit! Sehet doch, wiesie ihre Kräfte anstrengt, um in den Zeiten der
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