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Einige Predigten über das Buch Ruth
Entstehung
Seite
305
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9gen quälen; es ist uns ja bekannt, daß sie allerwahren Freundschaft und Liebe unfähig und Störeralles Frohsinns und des häuslichen Glücks sind. Unddoch ist diese Art von Unzufriedenheit und Stolzheut zu Tage so häufig und wird von uns so häu-ſig befördert, ja von Kindesbeinen an den Unſrigenso unbesonnener Weise von uns eingeflößt. Dennwas ists, daß wir immer auf Schein und Glanzausgehen? daß wir immer die Ehre im Sinne ha-ben und in den Unfrigen einen falschen Ehrgeitz er-wecken? Was ists, daß wir sie, wenn sie kaumvon der Mutter entwöhnt sind, anleiten, auf Dingeeinen Werth zu setzen, die keinen Werth haben?Was ists, daß wir sie dann schon überall hervorzu-ziehen, ins Licht zu stellen und die AufmerksamkeitAnderer auf ſie hinzulenken ſuchen? Was iſts, daßwir sie überall auf Kleinlichkeiten achten lehren, dieder Verständige gern übersteht und deren sorgfältigeBemerkung nur die Ruhe des einen wie des andernstört? Was kann davon anders die Folge seyn,als daß ein Kleinigkeitengeist dadurch erweckt wird,der überall vieles nicht nach seinem kleinlichenSinne findet, der nirgends lange zufrieden seynkann, weil er in seinen kleinlichen Wünschen zuweit geht und so viele Anſprüche macht, daß ſichnicht Thoren genug finden, um dieſelben befriedigenzu können. Welch ein Abstand ist doch zwiſchench. u.