§5300Temperament, oder unglückliche Ereignisse unsersLebens, oder Kränkungen, die wir von unsernNebenmenschen erfahren, oder überhäufte Sorgenund Arbeiten uns um unsre Ruhe und Heiterkeitbringen wollen, so müssen wir uns selbst Gewaltanthun, und alle unsre Geisteskraft aufbieten, umnicht überwältigt zu werden. Wir müssen dieseUebungen unsers Geistes so lange fortsetzen, alswir noch in Versuchung können geführt werden, inSchwermuth zu versinken oder Leidenschaften zu er-liegen. Wir müssen oft einen Blick in uns selbstthun und stets gegen die Versuchung auf unsrer Hutseyn, damit wir nie die Fassung verliehren und im-mer uns selbst gegenwärtig bleiben. Wir müssen,je geneigter wir sind, die Heiterkeit des Geistes sah-ren zu lassen, desto ernstlicher und öfter uns selbstMuth einſprechen, uns ſelbſt zum Widerſtande gegendie Reitzungen der Anfechtung auffordern und unserHerz bewachen. Wir müssen grade dann, wannwir bemerken, daß es uns vorzüglich schwer seynwird, unsre Heiterkeit zu bewahren, am meistenErnst, Eifer und Gewalt anwenden, um uns selbstzu behaupten und uns nicht hinreissen zu lassen.Wir müssen mit diesen Uebungen zuweilen den Ge-nuß der stillen heitern Natur verbinden, es beymAnblick derselben unser Herz fühlen lassen, wie schönund lieblich es sey, wenn auch in dem Innern des
Einzelbild herunterladen
verfügbare Breiten