3⁰¹9Menschen eine solche Stille, eine solche sanfte Be-wegung, eine solche freundliche Erleuchtung herrscht,als in dieser Natur, die durch keinen Sturm er-schüttert und durch keinen Glanz blendet. Und da-mit unser Herz desto geneigter werde, sich dem Freu-dengenuß, der sich uns darbietet, willig und gleichzu öffnen, so müssen wir auch manchmal absichtlichdarauf ausgehen, diesem Herzen irgend einen Fren-dengenuß zu verschaffen, denn ohne zuweiligen Freu-dengenuß möchte ihm die Freude allmählig fremdwerden; müssen an frohe heitre Menschen uns an-schließen; müssen mit ihnen froh und heiter zu wer-den uns bemühen;Ja, bemühen wir uns! m. Fr., dann werdenwir es dahin bringen, Herr über unser Tempera-ment und Herr über die Reitzungen der Leidenschaftzu ſeyn, in die Fügungen Gottes mit gefaßter See-le uns ergeben und unsern Lauf, der uns von Gottverordnet ist, muthig und ruhig fortsetzen zu können,von keiner Trübsal ausser Fassung gebracht und vonkeinem Leid ſchwermüthig gemacht zu werden, dieFreude, wo sie Gott uns darbietet, zu sehen undwillig anzunehmen. Haben wir dann auch Müheund Arbeit bey diesen Uebungen: endlich werden wirdoch zur Ruhe kommen und großen Troſt finden.
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