2995wird empfänglich gemacht für die Freude; sie wirddadurch gehoben, belebt und gestärkt; sie bekömmtdadurch einen gewissen Hochsinn, durch den sie trübeGedanken verscheucht und sich über alle kleinlichenKümmernisse erhebt. War es nicht auch so beySirach? hatte er nicht großen Trost durch Müheund Arbeit gefunden? War es nicht so bey Boas?bereitete er sich nicht seinen frohen Lebensgenuß durchſtete und geordnete Thätigkeit? Und war es nichtso bey Naemi und Ruth? würden sie ihre vielfa-chen Leiden so ruhig ertragen und sich in GottesWillen so heiter ergeben haben, wenn sie sich einemmüßigen Nachdenken und Empfinden überlassen undnicht durch stete Arbeit ihre Seele gestärkt und ihre1.Kümmernisse zerſtvent hätten?5) Gehört endlich zur Heiterkeit des Geistes auchdie Fertigkeit und Geneigtheit zur Freude: nunmeine Freude, so lasset es uns auch an einer ab-sichtlichen Gewöhnung dazu nicht fehlenlaſſen. Jede Fertigkeit verlangt Uebung; was unszur andern Natur werden soll, dazu müssen wiruns absichtlich und nachdrücklich gewöhnen. Darummüssen wir sorgfältig über uns selber wachen, undkeine ungestümme Regungen unsers Herzens in unsaufkommen lassen. Wir müssen unausgesetzt denfesten Willen haben, uns niemals einem trübenschwermüthigen Sinne zu ergeben. Wenn unser
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