28Sken edler Werke werden sie sich Ersatz zu verschaffenund eine eigene Art von Frohsinn zu erwerben ver-mögen. Wem aber diese Weisheit und Macht desGemüths bey seinem schwachen und kränklichen Kör-per nicht zu Theil geworden ist; über den rufe ichmit Bedauren aus: o der Arme, der Geplagte!2) Noch geplagter ist jedoch der, dessen Seelekrank iſt; — der Lüſling, der wild in der Freudeschwärmt, mit Heißhunger den Freudenbecher bisauf die letzten Hefen ausleert, der unbescheiden undgierig in Blumen wühlt; — der Heftige und Un-gestümme, der nicht warten, nicht ausdauren,nicht dulden kann, der den Nebelgestalten der Ehremit vollen Segeln nachfährt, der bey Sonnen- undMondeslicht goldenen und silbernen Flitter aus derErde wühlt; — der Angefochtene, der sich vomKummer zerſtechen laͤßt; — der Verdrießliche undAergerliche, der uͤber Blumen wie über Dornenzürnt, weil sie ihm im Wege liegen; — der Mis-günſtige, dem der Schimmer des Glücks ſeinerNebenmenschen Quaalen ins Herz strahlt; — derBange, der in dem Sonnenscheine, der seine Früchteerwärmt, einen verzehrenden Brand und in demRegen, der sie tränkt, eine Ueberschwemmung fürch-tet; — in den Seelen dieser und ähnlicher Men-schen wohnt kein Friede; es toben in ihnen heftigeLeidenſchaften; ihre innern Regungen verzehren ſie.
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