55denschaften werden lassen. Wir müssen vielmehrdas Unsrige thun, um nach bewährt gefundenenGrundsätzen unsern Körper in seinem natürlichen Zu-stande zu erhalten und seine Kraft und Stärke zu-gleich mit seinem Wachsthum und so viel als mög-lich auch mit seinem zunehmenden Alter zu vermeh-ren. Wir müssen dann, wann unser Körper zer-rüttet ist, zur Hülfe des verständigen Arztes unsreZuflucht nehmen und den geringern kränklichen Ge-fühlen mit der Macht unsers Gemüths entgegenge-hen. O der Arme, Geplagte, der seine Seele ineinem siechen, schwächlichen Körper trägt! Er mußsich leider begnügen lassen an einzelnen flüchtigenSonnenblicken, bis er in dem neuen Bau vonGott erbaut, zu den Sonnenstrahlen am heiternHimmel freyer aufblicken kann. Ich meyne hierdas, was gewöhnlich der Fall ist; denn ich möchtedenen, welche wirklich einen schwachen und kränkli-chen Körper tragen, die tröstliche Hoffnung nichtrauben, daß sie noch wohl durch weise Pflege ihresKörpers und durch die Macht ihres Gemüths sichzu einem heiterern Sinne erheben könnten. Ja,durch Weisheit werden sie den Mismuth, wenn erin ihnen aufsteigen will, unterdrücken können; durchWeisheit werden sie sich der Schwermuth zu bemei-stern im Stande seyn; durch Denken hoher Gedan-ken, durch Empfinden hoher Gefühle, durch Wir-
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