5260Liebe und Tugendwärme belebt wird! Wie sehr wirdder Gatte erquickt, der unter der Tageslast undHitze ermüdet in sein Haus zurückkömmt und voneiner heitern Gattinn mit heitern Blicken und hei-tern Reden empfangen wird! Wie sehr wird eineGattinn aufgemuntert, welche unter den Sorgenund Arbeiten fürs Hauswesen gedrückt, zuweileneinen freundlichen Blick und Zuspruch ihres Gattenerfährt! Wie erlaben sich Eltern an freundlichenKindern! Wie werden Kinder durch freundliche El-tern ermuntert! Ja durch Heiterkeit wird man sicheiner dem Andern lieb; denn es ist an allem, washeiter aussieht, ſo etwas anziehendes, was ſichnicht beschreiben, nur fühlen läßt. Siehe die Na-tur an! wenn es weder hell noch dunkel ist, sohast du keine besondre Freude daran. Ists Regen-wetter oder Sturm, so ziehst du dich zurück. Istes blendend helle, glänzt es, strahlt es, ists lau-ter Glut und Hitze; so wendest du deinen Blick wegund verbirgſt dich wohl gar. Iſts aber heitrer Him-mel, weht durch mäßige Wärme angenehme Küh-lung, ſind die Strahlen der Sonne weder zuschwach, noch zu blendend; dann fühlst du Erquickungund Freude, und eilst hinaus mit Weib und Kin-dern. So lieb, wie dir eine heitre Natur ist,so lieb und lieber noch ist dem Menschen, der Freudeund Erquickung sucht, ein heitrer Mensch! —
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