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Einige Predigten über das Buch Ruth
Entstehung
Seite
252
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2555was ihm Uebel dünkt, bemerkt er noch gute Seiten.Gern wird er froh über das, was ihm angenehmesbegegnet; gern nimmt er Theil an jeder Freude,die er sich erlauben darf. Und diese Stim-mung ist herrschend in ihm. So ist erüberall, zu jeder Zeit, unter allen Umständen, injeder Lage ſeines Lebens.Dies, Freunde, ist Heiterkeit des Geistes. Esleuchtet von selbst ein, daß sie sowohl von Gleich-gültigkeit und Gefühllosigkeit, als auchvon Lustigkeit sehr verschieden ist. Der Gleich-gültige und Gefühllose wird von Leidenschaften nichtbeunruhigt, weil er das Unangenehme und Bitterenicht empfindet; welches bey dem heitern Menschendoch der Fall ist. Der heitere Mensch freuet sichgern; der Gefühllose aber kann das nicht, ebendarum weil er gefühllos ist. Der lustige Menschfreuet sich auch und kann auch leiden; aber das einewie das andre wird in ihm heftig; in dem heiternMenschen aber ist alles milde und sanft.Von dieſer heitern, ſanften Gemüthsſtimmung nunbehaupte ich:I. daß sie sehr wünschenswerth sey.Dies ist sie unstreitig, sowohl in Ansehung Ande-rer, als in Ansehung unsrer selbst; indem sie unsund Andern Gewinn und Freude bringt. Es bedarf