55255nur eines flüchtigen Nachdenkens, um sich davon zuüberzeugen. Ich will dazu nur folgende Fragenaufwerfen:1) macht uns nicht die Heiterkeit aufgelegt zur Arbeit? Der heitre Mensch, desseSeele ruhig, dessen Herz zufrieden ist, wird dieArbeit nicht als Plage und Quaal, sondern alsWohlthat ansehen, die dem Geiste wie dem Körperzuträglich ist. Er kann mit seiner ruhigen Seeleseine Geschäfte übersehen und anordnen. Er vergißtbey seinem zufriedenen Herzen alle kleinen Beschwer-den, die ihm während ſeiner Arbeit vorkommen;wendet sie ab oder trägt sie geduldig, wie ein Kind,welches Blumen sucht, den Dornstrauch, der ihm imWege haͤngt, wegbeugt oder auch vorlieb nimmt,wenn es sich ein wenig ritzt. Er sieht bey dem,was er thut, mehr aufs Gute, was ihm zu Theilwird, als auf das Ueble, was ihn überkömmt.Er stellt sich seine Geschäfte von der besten Seitevor und hegt auch die besten Hoffnungen für die Zu-kunft. Durch solche Vorstellungen wird er stark zurArbeit; denn stark wird man durch Freude. Erkann ausdauern und ermüdet nicht leicht; denn Lustund Liebe zu einem Ding macht alle Mühe und Ar-beit gering. — Ich berufe mich auf die Erfahrungeines Jeden, der jemals mit Heiterkeit seine Ge-schäfte verrichtet hat. Saget, Freunde, wem ist
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