40250Unter der Heiterkeit des Geistes, von der ichrede, verstehe ich diejenige Gemüthsstim-mung, wornach man eine solche Ruheder Seele empfindet, welche durch keineäussern Uebel aufgehoben und zerstörtwird.Der heitere Mensch ist, so lange er auf Erdenlebt, für die Eindrücke der Dinge der Erde em-pfänglich. Er sieht, hört, empfindet. Die Dinge,die auf ihn würken, sind bald angenehme, bald un-angenehme. Seine Seele wird beyde fühlen, wirdalso bald angenehme, bald unangenehme Empfindun-gen haben. Nach diesen Empfindungen wird er ent-weder begehren oder verabscheuen. Und so entstehenAffecten, und Neigungen in ihm. Begehrt er etwasgegenwärtiges, so hat er Lust. Begehrt er etwaszukünftiges, so hat er Begierde. Verabscheuet eretwas gegenwärtiges, so hat er Traurigkeit. Ver-abscheuet er etwas zukünftiges, so hat er Furcht.Der heitre Menſch iſt alſo von ſolchen innern Re-gungen nicht frey; es ist in ihm nicht, wie einstehendes Wasser, welches gar nicht bewegt wird.Es ist aber in ihm auch nicht, wie ein ungestüm-mes Meer, das gewaltsam stürmt und Wogenwirft. Er fühlt keinen Tumult von Lei-denſchaften, kein Verzehren in ſich. Hater Freude; so ist seine Freude nicht Taumel, nicht
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