5424gierde, die Leidenschaft; die freye unumwölkte Seelewird zuweilen schon bald von Feuer ergriffen, baldvon Nebel umzogen. Noch höher und steiler wan-delt der Mann; er sieht um sich und vor sich hinund hinter sich zurück; schlägt durch Disteln undDornen sich durch; wird verwundet; wird vomSturme ergriffen, vom Ungewitter überfallen; ißtim Schweiße seines Angesichts sein Brodt. Wiewäre es da möglich, eine solche ruhige Seelenstim-mung zu behalten, die nie gestört, nie unterbro-chen, immer wie der Himmel des schönsten Früh-lingsmorgens wäre! Höchstens möchte es endlichwieder dem einen oder dem andern glücklichen Greisegelingen, oben an der Spitze des Berges, denwir im Leben ersteigen, Halt machen zu können,sich dort los zu machen von allen Verwickelungen desGesträuchs am Wege, sich zu erholen von allemDruck und Drang, einen freyen Platz zu gewin-nen, von wo er ruhig und unbesorgt herab sehenkann auf den Weg, den er gekommen und von wo ereinen solchen Blick hinauf ins höhere Land zu thunvermöchte, daß er dadurch gutgemuthet und frohwürde. — Nein, nein! eine solche ruhige undfrohe Seelenstimmung, die nie, gar nie gestörtwürde, wollen wir uns nicht versprechen, wenn wirin den krummen Wegen des Lebens bergan wandelndHeiterkeit der Seele suchen.
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