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Einige Predigten über das Buch Ruth
Entstehung
Seite
239
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#59die Zeit da war, daß dieser geholt werden mußte,dann kam der wohlthätige Mann, ehe der Armedaran dachte, schon damit herangefahren und that,als ob das so seyn müßte. Er war dem Armen,wie ein Engel, der ihn umschwebte und seine Wün-sche erforschte. Er kam den Wünschen des Armenund seiner Gattinn, so viel er konnte, zuvor, über-ließ ihnen Weideland, das er absichtlich für sie ge-kauft hatte, um ihnen in ihrem Haushalt beyzu-springen, und stellte sich, als ob ihm, wenn siees übernähmen, ein großer Gefallen dadurch ge-ſchähe. Als einsmals ein Hagelſchlag ihre Erndtezerstört hatte und sie am Felde standen und weinten,da kam er mit vollem Wagen heran und sprach zuihnen: ich habe gesehen, daß das schlimme Wettereuch alles genommen hat, mich hat es nicht getrof-fen, hier habet ihr etwas für den Winter, einNachbar muß dem andern helfen. Nie wollte er eswissen, wie viel Gutes er den armen Leuten erwie-sen; alles das betrachtete er als Kleinigkeit undwollte nichts davon gesprochen haben. Selbst das,was ich hier von ihm erzähle, wäre vielleicht nichteinmal ans Tageslicht gekommen, hätte es nicht diegerührte Gattinn des armen Schulmanns selbst be-kannt gemacht. (*) Gottes Segen komme über den(*) S. westphälischen Anzeiger 28s, Nro. 5.