54238und Liebe seiner Nachbarn und aller derer, die ihnkennen, erworben hat. Nahe bey ihm lebte einkürzlich verstorbener armer Mann, der sich meistensdurch Schulhalten ernährte, der aber wegen seinesAlters, wegen ſeiner Kränklichkeit und weil es ihman Kindern fehlte, die ihn hätten unterstützen können,nicht recht mehr im Stande war, in diesen theurenZeiten sein Fortkommen zu finden. Dieses armenMannes Noth wiſſen und ihm beyſpringen, das warbey ihm nur ein Gedanke. Wenn die rechte Zeit war,so zog er unaufgefordert mit Pferd und Pflug aufden kleinen Acker des armen Schulmanns und bestel-lete denselben, obwohl er seinen eigenen Acker durchseine Knechte bestellen läßt, in eigener Person, da-mit an der Bearbeitung desselben ja nichts versäu-met werde. Wann er damit fertig war, dann kehrteer bey dem armen Manne ein und damit es nichtden Schein habe, als thue er das alles unentgelt-lich, so aß und trank er mit ihm. Und wenn manihm beym Abschiede mit Thränen in den Augendankte, dann sprach er: nun was machet ihr fürein Aufhebens von einer Kleinigkeit, ich hatte ohne-hin nichts zu thun und meine Thiere standen müßig,und dann gieng er ohne sich länger aufzuhalten da-von. So machte er es alle Jahr. Der arme Schul-mann hatte auch das Recht, sich aus der Gemein-heit den Brand für den Winter zu holen. Wenn
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