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Einige Predigten über das Buch Ruth
Entstehung
Seite
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55257Sünden merket doch darauf meine Mitbürgerwie viele Sünden häufen wir in unsrer Stadt alleSonnabende, wenn wir Bettlern geben, was vonGottes und Rechts wegen den Armen gebührt!!Auf die rechte Art wohlthun heißt drittens, imStillen wohlthun, ohne Geschrey und Geräusch,ohne Ehre und Lob dafür einerndten zu wollen.Lange her deinen Mantel, den du an hast, und halteihn zu, sprach Boas zur Ruth; (Cap. III, 15.)sie hielt ihn zu und er maß ihr sechs Maaß Gerstehinein und legte es auf sie, ohne daß Jemand essah, in der Dunkelheit der Nacht. Auf die rechteArt wohlthun heißt viertens: bey seinem Wohlthunauch des Armen selbst schonen; denn wer dem Ge-ringen Gewalt anthut, der lästert den Schöpfer des-selben; aber wer sich des Armen erbarmt, der eh-ret Gott. (Spr. Sal. 14, 31.) So suchte auchBoas der Ruth des Aehrenſammeln auf alle Art zuerleichtern, redete ihr freundlich und lobend zu, be-fahl seinen Dienern Bescheidenheit und Güte, undspendete seine Wohlthaten, ohne davon Aufhebenszu machen. Ich bitte euch, es in dem Buche Ruthnachzulesen, und setze weiter nichts hinzu, als eineErzählung von einem Manne ähnlicher Art.Höret, nicht weit von hier wohnt ein Bauers-mann, der sich nicht sowohl durch sein Geld, alsvielmehr durch ſeine Rechtſchaffenheit die Achtung